Mittwoch, 21. Juli 2010

Stern-Gucker

Am Montag, nach einem ausgesprochen guten Frühstück im Cafe "Bever Liz" am Beverly Drive (unbedingt die Hash Browns probieren...super knusprig), spazierten wir in Richtung des berühmten Rodeo Drives, von wo laut Aussage einer Dame beim Empfang unseres Hotels die Hop-On-Hop-Off-Busse wegfahren würden. Dort angekommen wurden wir vom (vermutlich selbsternannten) "Botschafter von Beverly Hills" Gregg Donovan begrüßt.
Er machte uns darauf aufmerksam, dass es absolut keinen Sinn hat, mit einem dieser Busse zu fahren, weil man dafür 30 Dollar pro Person zahlen würde und mit einem der öffentlichen Busse würde eine Tageskarte nur 5 Dollar kosten und da könnte man natürlich ebenfalls jederzeit aus- und einsteigen.
Viel besser wäre es, mit einem Van zu fahren, den er uns unbedingt empfehlen könne, der fahre kreuz und quer durch Beverly Hills an vielen Häusern von Prominenten vorbei, der Busfahrer mache das schon seit über 10 Jahren, kenne sich super aus und sei überdies enorm witzig.
Wir ließen und davon überzeugen, warteten eine knappe Stunde, bis zur nächsten Abfahrt und wurden dann vom Busfahrer-meets-Entertainer-meets-Stand-Up-Comedian in die Hügel von Beverly Hills kutschiert.
An die Rückseite der Fahrerkabine war ein Zettel geklebt, auf dem er Hinweise auf die Höhe des Trinkgeldes gab. 5$, wenn die Tour OK wäre, 10$ wenn sie spitze wäre und 20$ wenn wir sie so gut fänden, dass wir sie noch mal machen wollen würden.
Leider hatte er überhaupt nicht vermerkt, ob man auch Geld von ihm zurückverlangen können würde. Ich bilde mir ein, nicht soooo schlecht Englisch zu verstehen, aber was der Typ von sich gegeben hat, das war zum Teil einfach unverständlich. Philipp (ihn hat die Star-Tour vermutlich am wenigsten interessiert) hat sich in der ersten halben Stunde den Spaß gemacht, mitzuzählen, wie oft unser "Reiseleiter" verschiedene Worte verwendet hat. 
OK...58 mal
GUYS...172 mal

Mir wäre ja vorgekommen, sie wären jeweils noch öfter vorgekommen, kann mich da aber täuschen. Er ist mit uns zwar wirklich durch unzählige Seitenstraßen in Beverly Hills gekurvt und hat dabei nahezu in einer Tour geredet, der Informationsgehalt war aber eher überschaubar. Was wir auf jeden Fall gesehen haben, sind jede Menge Häuser von jeder Menge Stars, bei denen das Geld abgeschafft zu sein scheint. In den Einfahrten, sofern man überhaupt so weit sieht, stehen Hummer, Lamborghinis, Ferraris, Maseratis, Bentleys und weiß der Geier was noch für Superschlitten. Marmorbüsten, Goldverschnörkelungen, bronzene Kitschfiguren, die Freiheitsstatue in Kleinformat und sonstige Geschmacklosigkeiten deuten allerdings daraufhin, dass Geld und Stil nicht unbedingt immer Hand in Hand gehen.
Bei einer großen Anzahl an Objekten waren außerdem auch Schilder von Realitäten-Büros aufgestellt, was daraufhin deutet, dass offenbar einige Leute ihre Schmuckstücke wieder versilbern möchten oder müssen.
Die 150-Zimmer-Villa von Aaron Spelling, dem verstorbenen Filmproduzenten, ist z.B. um 150 Millionen Dollar zu haben. Pro Zimmer also ungefährt eine Million...mhhhh...mal überlegen...wie viel könnten wir dann für unser Haus bekommen...? Aber nein...wie unser Busfahrer in einer seiner besserverständlichen Phasen gesagt hat, gilt beim Preis dieser Immobilien nur eines: "Location, Location, Location". Wollmannsberg klingt halt nicht ganz so mondän wir "Bel-Air" und Palmen am Straßenrand wirken irgendwie cooler als Sauerampfer.
Am Nachmittag sind wir dann am "Walk of Fame" gewandelt und haben uns die Sterne einiger Berühmtheiten angesehen...Stephen Spielberg, Sting, Phil Collins, Humprey Bogart, Walt Disney und...
Die beste Ehefrau von allen und ich sind inzwischen seit 16 Jahren verheiratet und anlässlich unseres Hochzeitstages hatten wird schon drei Monate zuvor einen Tisch im berühmten Restaurant "Spago" meines kärntnerischen Landsmannes Wolfgang Puck gebucht.
Wir haben uns also alle "aufg'mascherlt", "g'schneutzt" und "gekampelt" (wobei mein Junior sich lediglich zu einem sauberem Hemd und einer neuen Hose überreden ließ) und sind am Abend zum Essen hingefahren. Ich muss sagen, der Herr Puck hat wirklich eine ausgezeichnete Küche in seinem Gasthaus. Keiner von uns hat sich angepatzt, ist aus der Rolle gefallen oder sonst irgendwie unangenehm in Erscheinung getreten...es war ein perfekter Abend mit einem perfekten Essen...

Das einzige was uns aufgefallen ist: Angeblich gehen ins Spago jede Menge Berühmtheiten zum Essen und wir hatten insgeheim gehofft, wenigstens einen der Film- oder Fernsehstars zu sehen, wurden in dieser Hinsicht aber enttäuscht...zumindest haben wir keinen erkannt...bei so vielen Normalsterblichen, die extra wegen der Stars ins Spago gehen, passen diese aber vielleicht einfach nicht mehr hinein...

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