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Montag, 4. Februar 2013

Stop That Train

Es gibt einen Grund, warum ein Schlafwagen Schlafwagen heißt und ein Liegewagen Liegewagen. In ersterem kann man schlafen und in letzterem liegen. So einfach ist das.
Vor ungefähr 100 Jahren bin ich schon mal mit zwei Freunden in den Osterferien mit dem Zug nach Griechenland gefahren. Die Reise dauerte rund 43 Stunden in eine Richtung und wie ich das damals in einem Liegewagen durchgehalten habe, ist mir ein Rätsel, ich bilde mir ein, wir hatten sogar Spaß daran und nachdem ich die Übung ein paar Jahre später mit meiner damaligen Freundin und einem zweiten Paar wiederholt habe, kannst nicht so schlimm gewesen sein. Das muss wohl am Alter gelegen haben, heute ginge das gar nicht mehr.
Gestern sind die beste Ehefrau von allen, unsere beiden Spösslinge und ich von Meidling nach Rom gefahren. Im Liegewagen. Wie ich Eingangs schon erwähnt habe, kann man im Liegewagen liegen, wenn man aber wirklich schlafen will, muss man im Schlafwagen reisen.
Gegen meine Oma, die nur 1,49 groß war und meine Mutter, die mit 1,55 auch nicht so wahnsinnig in die Höhe geschossen ist, bin ich mit meinen 1,80 zwar ein richtiger Hühne und um zwei Zentimeter größer als der österreichsche Durchschnitt, aber nun doch wirklich kein Riese. In der Waagrechten ganz ausstrecken geht sich aber definitiv nicht aus.
Den Durchschnittsmann hatte die ÖBB möglicherweise im Sinn, als sie die Abteile geplant haben, da bin ich dann doch wohl ein klein wenig zu lang. Mein Junior hatte mit seinen 1,87 aber definitiv das schlechtere Los gezogen.
Interssant war auch der Kopfpolster...ungefähr die Größe einer Packung Taschentücher...
Dafür bekommt man eine Gratis-Massage, denn auf der Strecke wird man richtig durchgerüttelt. Da weiß man am Morgen ganz genau, wo sich alle 212 Knochen im Körper befinden. Und die Klimaanlage hat zwei Einstellungen: Backofenhitze und Aus. Für's Schlafen wäre dann die zweitere Einstellung die passendere, aber wie gesagt, das kann man eigentlich nur im Schlafwagen.

P.S.: Meine Tochter hat mit ihren knapp 1,70 gut geschlafen...ihr Bruder zieht sie sonst mit ihrer Größe immer auf, die hat aber manchmal auch Vorteile...

Montag, 27. August 2012

Urlaub 2012 - This is the end, my friend.

Wie man dem allseits beliebten und bekannten Schlager "Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei!" entnehmen kann, hat alles ein Ende...nur die Wurst eben nicht...die hat zwei...verstanden? Die Wurst hat zwei Enden...ok, ist auch nicht so wichtig...
Kaum ziehen drei Wochen ins Land, ist unser Urlaub auch schon wieder aus. Die Zeit ist offenbar wirklich eine höchst relative Angelegenheit, wie schon Albert Einstein feststellte. Er hatte dabei zwar ganz was anderes im Sinn, aber der Grundgedanke ist der gleiche: Es hängt vom Bezugssystem ab, in dem man sich befindet, wie schnell sie vergeht. In einem langweiligen Meeting, beim Zahnarzt, bei der Rede des Bürgermeisters zur Einweihung des neuen Springbrunnens oder wenn man wartet, dass das Buffet endlich eröffnet wird, tropfen die Sekunden zermürbend langsam dahin. Wenn man im Urlaub ist und sich gerade so richtig wohlfühlt, dann scheint es, als ob jemand die Schleusen voll geöffnet hätte.
Nach Orlando, Santa Barbara und San Diego waren wir am vorletzten Tag unserer Reise in L.A. angekommen. Wir mieteten uns wieder im Hotel Travelodge beim Autovermieter um's Eck ein (Ich schwör's: Das war das letzte Mal!), gaben unseren Kindern Geld, damit sie sich was zu Essen kaufen konnten (Zu unserer Ehrenrettung muss ich aber erwähnen, dass wir sie gefragt hatten, ob sie mitkommen wollen oder nicht, sie hatten aber dankend abgelehnt) und machten uns auf den Weg, um einen Freund aus Österreich zu besuchen, der in L.A. eine Zweigstelle seiner Firma hat, um mit ihm zu Abend zu essen.
Wenn nochmal jemand über die Süd-Ost-Tangente lästert, kann ich nur milde lächeln. Wer schon mal versucht hat, zur Stoßzeit über den Highway 405 durch Los Angeles zu fahren, der weiß, wovon ich spreche: Sieben Spuren in jede Richtung...blöderweise waren von denen, die in die Richtung führten, in die wir wollten, drei wegen einer ewig langen Baustelle gesperrt und nach einem Unfall die restlichen vier auch noch. Soweit das Auge reichte, sah man eine einzige riesige Blechschlange, die sich in der Geschwindigkeit von Kontinentaldrift vorwärts bewegte. Die Nadel am Tachometer des Mietwagens fand es gar nicht der Mühe wert, sich über den Anschlag auf der linken Seite hinauszubewegen...nicht langsam fahren, sondern schnell stehen, lautet die Devise...
Wie schafften es nach einer Stunde, in der uns jede Oma mit ihrem Rollator überholen hätte können, von der Autobahn runter zu kommen und schlugen uns wie ein Hase im Zick-Zack quer durch Beverly Hills durch. Bei unserer Abfahrt zeigte die Anzeige noch Treibstoff für 96 Kilometer, als wir an den wunderschönen Villen der Reichen und Mächtigen vorbeifuhren, waren davon noch 35 übrig, obwohl wir gerade mal 5 Kilometer gefahren waren...und weit und breit keine Tankstelle in Sicht, was bei den Grundstückspreisen in Beverly Hills auch kein Wunder ist. Wir waren dann also recht froh, endlich aus den Hügeln draußen zu sein und wieder tanken zu können. Der Gedanke, dass wir ohne Sprit mitten im Millionärs-Ghetto liegen bleiben könnten, machte die beste Ehefrau von allen ein wenig unrund. Beim Auftanken haben wir dann auch noch David Beckham gesehen, der seinen BMW an der Nachbarsäule befüllte...er hatte sich zwar ein wenig mit Pudelmütze, Sonnenbrille und Bart getarnt, aber dem wachsamen Auge meiner Frau entging er natürlich trotzdem nicht....
Nach einer kurzen Führung durch seine Firma folgtem wir unserem Freund nach Burbank (wenn da 65 Meilen/Stunde steht, dann ist das offenbar nur als Richtwert zu verstehen, ich kam ihm mit 80 gerade noch nach), wo er einen Tisch auf der Terrasse des Restaurants "The Castaway" reserviert hatte. Das Essen, die Getränke und der Service waren zwar spitzenmäßig, in Wirklichkeit wären wir dort oben aber auch mit einem Paar Frankfurter und einem Bier aus dem Becher zufrieden gewesen. Ganz L.A. ist uns zu Füßen gelegen (leider nicht im übertragenen Sinn, sondern wortwörtlich), die Aussicht auf die nächtliche Stadt ist einfach atemberaubend...dazu die warme Sommerluft...ein gelungener Abschluss unseres Urlaubes.
Am nächsten Tag (Habe ich schon erwähnt, dass ich nie wieder im Hotel Travelodge beim Autovermieter um's Eck übernachte?) brachten wir nach einem hastigen Frühstück unseren Mietwagen zurück, fuhren mit dem Zubringerbus zum Flughafen, gaben unsere Koffer ab und warteten auf's Boarding.
Zuerst ging's mit der Air Canada nach Toronto und von dort mit der Austrian nach Wien. Ziemlicher Kulturschock, muss ich sagen: Im ersten Flieger gab's an jedem Platz ein Entertainment-System vom Feinsten mit den allerneuesten Filmen (z.B. "What to Expect When You're Expecting", der läuft bei uns gerade im Kino an), Musik, Fernsehserien, Spielen etc. Die Maschine der AUA hingegen verströmte mehr als einen Hauch Nostalgie mit ihren jeweils fünf Röhrenmonitoren, die im rechten und linken Gang aufgehängt waren. Der links vor mir hatte so wenig Farbe, dass ich zuerst fälschlicherweise angenommen hatte, dass es sich um einen Schwarzweiß-Film handelte, und flackerte, dass er bei anfälligen Personen einen epileptischen Anfall auslösen hätte können und der in der ersten Reihe laborierte an einem massiven Synchronisationsproblem. Wer aus meiner Generation ist, der weiß noch, wie sich das auswirkt...das Bild "läuft". Filme auswählen? Fehlanzeige. Drei Filme. Nacheinander. Punkt.
Nach dem Abendessen und dem Einwurf von zwei Advil PM, schlummerte ich dann mehr oder weniger friedlich bis knapp vor der Landung in Wien...der Ausfall des Frühstücks störte uns aber nicht sonderlich, weil wir um elf ohnehin bei Freunden zum Brunch eingeladen waren...man kann ja einen Urlaub nicht so einfach beenden...das wäre sowas wie ein kalter Entzug...oder?

Montag, 20. August 2012

Urlaub 2012 - Atheisten, Tiere, Attraktionen

Montag Morgen packten wir nach dem letzten Frühstück in unserem Appartement die Koffer und machten uns schweren Herzens auf den Weg nach San Diego. Die Schätzungen für die Reisedauer schwankten je nach Quelle zwischen dreieinhalb und sechs Stunden, wir dürften aber eine besonders gute Zeit erwischt haben, denn wir waren nur knapp drei Stunden 15 Minuten unterwegs und das, obwohl wir uns immer ganz genau an die Höchstgeschwindigkeit hielten. Das Ramada Inn, unsere Bleibe für die folgenden drei Nächte, ist ein Hotel, das schon seit 1960 existiert, allerdings erinnert nur die Architektur und allgemeine Gestaltung an damals, die Zimmer sind modern und tadellos eingerichtet.

Am ersten Tag lümmelten wir eine Zeit lang am Pool herum und machten uns dann am Abend auf den Weg ins historische Viertel von San Diego, dem "Gaslamp Quarter", einer Einkaufsstraße mit hunderten Geschäften und Lokalen. Da wir schon ziemlich hungrig waren und unsere Kinder ein gesteigertes Interesse an Pizza bekundet hatten, fielen wir gleich in die erste Pizzeria ein, die uns auf unserem Weg in die Quere kam...großer Fehler. Nicht dass die Pizzen schlecht waren, aber die Größe der Portionen und der dafür verlangte Preis standen in einem reziproken Verhältnis zueinander.
Durch Einnahme einer mehr als reichlichen Eistüte bei Ghirardelli war ich dann allerdings wieder mit der Welt versöhnt.
Nach einem kleinen Einkaufsbummel, bei dem ich speziell von "Urban Outfitters" begeistert war, weil die einen vollkommen verrückten Mix an Waren anbieten, und einem Besuch in der "Chuck Jones-Gallerie" (einer DER großen Comic-Zeichner Hollywods) traten wir die Reise ins Hotel an.

Am Dienstag stand dann ein Besuch von Seaworld am Programm, wobei wir eigentlich vor hatten, bis zum Abend dort zu bleiben, um die Nacht-Show mit abschließendem Feuerwerk zu sehen. Bereits um vier machten wir uns aber wieder auf den Weg ins Hotel, weil die Temperatur einfach unerträglich und die Orca-Show ohnehin nicht mehr so spektakulär war, wie seinerzeit in Seaworld/Orlando. Durch einige Zwischenfälle mit den Tieren, bei denen sogar eine Trainerin getötet wurde, sah sich das Management gezwungen, die Show dahingehend abzuändern, dass die Trainer jetzt nur noch am Beckenrand herumhampeln. Wir lümmelten dann doch lieber am Hotelpool herum...
Am Mittwoch machten wir mit der "Lord Hornblower" eine Hafentour, bei der man jede Menge Kriegsschiffe sehen konnte, die gerade "in der Werkstatt" waren und gewartet wurden. Danach machten wir noch einen Besuch auf dem schwimmenden Museum "USS Midway"...sehr beeindruckend, auch wenn mich diese Zurschaustellung von zerstörerischem Potential eigentlich abschreckt, aus einer technischen bzw. historischen Sicht aber trotzdem sehr interessant. Danach statteten wir Amerika's ältestem, ganz aus Holz gebauten, "Hotel del Coronado" einen Besuch ab, schlürften an der Strandbar Cocktails aus Plastikbechern und fuhren im Anschluss daran in unser Quartier zurück.
Das an das Hotel angeschlossene Restaurant "Proud Mary's" ist bekannt für seine kreolische Küche und wir wollten uns von den Rezensionen, die man online finden kann, selbst überzeugen. Ich kann nur sagen: Ein voller Erfolg: Als Vorspeise nahmen wir uns "Fried Pickles". Das klingt nicht nur nach frittierten Essiggurken, sondern ist es auch. Und falls jemand mal die Gelegenheit hat, sowas zu essen...unbedingt zuschlagen, schmeckt wirklich gut, auch wenn man sich das nicht vorstellen kann...obwohl, wenn ich hier an der Stelle Homer Simpson zitieren darf: "You fry it - I eat it!"
Als Hauptgang versuchte ich dann ein Jambalaya (Ein Reisgericht mit Zweibel, Staudensellerie, grünem Paprika, einer würzigen Wurst, Hühnerfleisch, Tomaten und Shrimps), auch ein Volltreffer und die beste Ehefrau von allen nahm einen Salat mit Früchten und Steak-Spießchen, ebenfalls sehr schmackhaft.
Als Abschluss dann noch einen "Banana Foster" (Bananen, die in einer Sauce aus Butter, Zucker, Bananenlikör, Zimt und Rum erhitzt und mit Vanilleeis serviert werden)...direkt aus dem Klassiker  "Zuckerkrank in drei einfachen Schritten" aber mörderisch gut...speziell, wenn man auf Zimt abfährt...
Die Kids wollten von solchem Firlefanz natürlich nichts wissen und hatten ihren Hunger schon vorher bei  IN-N-OUT-Burger gestillt. Wer mal die Gelegenheit hat, dort zu essen...unbedingt einplanen! Das einzige Problem dabei ist, dass einem danach die Burger von McDonalds oder Burger King nicht mehr schmecken und IN-N-OUT gibt's nur in Amerika und dort auch nicht überall.
Die Kartoffel werden frisch geschnitten, sobald man sie bestellt und die Burger werden ebenfalls aus frischtem Faschiertem zubereitet...man muss zwar bis zu 15 Minuten warten, bis man seine Bestellung bekommt, dafür ist es aber superlecker. Das ist übrigens auch schon so ziemlich alles, was man bekommt. Hamburger oder Cheeseburger, wahlweise doppelte Portion und mit Zwiebeln, Pommes und aus.
Mir läuft schon wieder das Wasser im Mund zusammen...mal sehen, ob wir es in dem Urlaub noch mal schaffen...

Samstag, 11. August 2012

Urlaub 2012 - As Days go by

Im "richtigen" Leben bin ich ja mehr oder weniger immer im Stress, weil immer irgendwas fertig werden muss, irgendein Angebot geschrieben sein will und irgendwer auf Antworten zu irgendwelchen Fragen wartet.

Mein Tagesablauf in Santa Barbara hingegen ist geprägt von epischer Langsamkeit und ohne große Überraschungen:

  • 08:30 - 09:30 Aufwachen und Aufstehen (Gut Ding braucht Weile)
  • 09:30 - 10:30 Frühstück (Bagels, Butter, Philadelphia, Schinken, Käse, Orangensaft, Kaffee, Croissants)
  • 10:30 - 11:30 Zweiter Kaffee, zweiter Orangensaft
  • 11:30 - 12:00 Wegräumen und Abwaschen
  • 12:00 - 14:00 Noch mal kurz hinlegen und eine Runde Schlafen
  • 14:00 - 15:00 Die State-Street entlang bummeln, ein Eis bei Frozen Yoghurt oder Cold Stone
  • 15:00 - 17:00 Am Strand herumliegen und/oder Frisbee spielen
  • 17:00 - 18:00 Espresso bei Hot Spots schlürfen
  • 18:00 - 19:00 Überlegen, wo man sein Abendessen zu sich nehmen soll
  • 19:00 - 21:00 Abendessen mit Freunden, den Kindern oder beiden
  • 21:00 - 23:00 Kino und/oder Drinks
  • 23:00 - 01:00 Facebook, Emails etc. checken, Bloggen, diverse private Vergnügungen, ...
  • 01:00 - 08:30 Schlafen

So geht's nun schon seit einigen Tagen und wenn's nach mir gehen würde, dann könnte es auch gerne noch eine Zeit lang so bleiben...

Smallprint: All times are subject to change without prior notice 

Montag, 6. August 2012

Urlaub 2012 - Go West, young man!

Nach sehr unterhaltsamen aber auch anstrengenden Tagen in Florida ist die Zeit gekommen, nach Westen zu ziehen...um genau zu sein, mit United Airlines von Orlando nach L.A. und dann mit dem Mietwagen weiter nach Santa Barbara.
Wenn man an Rheuma oder Arthritis leidet, ist die hohe Luftfeuchtigkeit und Temperatur in Florida sicherlich eine Linderung, ist man aber so wie ich noch in bestem Alter (ähäm) und leidet nicht an solchen Problemen, dann ist man richtig froh, wenn es in der Nacht nicht 28° warm ist und man sich am Tag nicht wie ein Grammerl in der Pfanne fühlt.
Nach einem ereignislosen Flug, einem schnellen Abendessen bei Danny's, einer durch die Zeitverschiebung zwischen Ost- und Westküste bedingten kurzen Nacht in einem mehr als mittelmäßigen Hotel, das als einzigen positiven Punkt den geringen Preis aufweisen kann und einem eher unterdurchschnittlichen Frühstück machten wir uns auf nach Santa Barbara, der Stadt, in der die beste Ehefrau von allen und meine beiden Sprösslinge letztes Jahr von Jänner bis Juni gelebt hatten.
It's good to be back!

Urlaub 2012 - Smoke and Mirrors


Es gibt einige Speisen, bei denen ich nach der ersten Portion auf jeden Fall einen Nachschlag nehme: Erdäpfelgulasch, Chili con Carne, Faschierte Laibchen mit Kartoffelpürree, Rindsuppe, Krautfleckerln, Haschee-Hörnchen, um da nur einige Beispiele zu nennen.
Im Zusammenhang mit diesem Urlaub stehen die oben erwähnten Gerichte tendenziell eher nicht zur Disposition und es geht hier zur Abwechslung auch gar nicht um's Essen, sondern um einen Vergnügungspark: Die Universal Studios in Orlando. Es handelt sich dabei um zwei Parks, die direkt nebeneinander liegen und bei denen einer alleine es schon Wert ist, dass man den ganzen Tag darin verbringt. Bei unserem letzten Besuch vor drei Jahren hatten wir nur einen Tag Zeit reserviert und waren zum Schluss gekommen, dass das nicht genug ist. In diesem Urlaub nahmen wir uns also zwei Tage Zeit, damit wir ausreichend Gelegenheit hätten, uns alle Attraktionen, die uns interessieren, anzusehen.
Wenn man auf absolut perfekt gemachte 3D-Simulationen (Simpson's Ride, Spiderman, Shrek 4D, Terminator 2:3D), atemberaubende Hochschaubahnen (Hulk, Dragon Challenge), mit viel Liebe zum Detail gestaltete Ballerspiele (Men in Black) oder beeindruckende Real/Film-Mix-Action-indoor-Achterbahnen (Revenge of the Mummy, Harry  Potter and the Forbidden Journey) steht, dann ist man in den Universal Studios bestens aufgehoben. Abgerundet wird das ganze noch von jeder Menge Live-Darbietungen, bei denen man z.T. mitmachen kann und so Teil der Show wird (Universal Horror Make-Up Show, Disaster).
Wenn man sich so richtig in diese Scheinwelt fallen lassen kann, kann man jede Menge Spaß haben...
Am ersten Tag gab's zwar am Nachmittag ein recht ordentliches Gewitter, dass sich aber in Florida-typischer  Weise schon nach einer knappen Stunde wieder vollkommen verzogen hatte. Die Luftfeuchtigkeit von geschätzten 90% danach machten ein Verweilen im Park aber zu einer höchst schweißtreibenden Angelegenheit, außerdem hatten die beste Ehefrau von allen und Frl. Tochter danach ohnehin einen Termin beim Hairdresser - so nennen sich die Friseure hier klangvoll - während Junior und ich uns die Zeit in WonderWorks, einem auf dem Kopf stehenden Haus voller Stationen, in denen man diverse Experimente durchführen, Erdbeben- und Wirbelsturm-Simulationen erleben und LazerTag spielen kann, vertrieben.

Am nächsten Tag waren wir wieder gleich nach der Öffnung der Tore vor Ort, zogen bis halb drei unsere Runden und gingen danach ins Hard Rock Cafe zum Mittagessen. Eigentlich wollte ich mich im Anschluss daran ins Hotel an den Pool legen, bin dann aber doch nicht über das Schlafzimmer hinausgekommen, in dem ich mich nur kurz ausruhen wollte. Vier Stunden später bin ich dann vollkommen groggy aufgewacht...Urlaub kann echt anstrengend sein...


Donnerstag, 2. August 2012

Urlaub 2012 - Wer die Wahl hat...

...die Qual!
Für den  Florida-Teil unseres Urlaubes hatten wir vier Tage in Vergnügungsparks eingeplant. Zwei Mal Universal-Studios und zwei Mal Disney World. Da letztere aber eigentlich aus vier Themenparks besteht, mussten wir zwei davon von unserer Liste streichen.
Animal Kingdom ist in Wirklichkeit eine Art Zoo, sowas haben wir in Wien auch, das muss man nicht unbedingt in Florida machen, Magic Kingdom (das mit dem Disney-Schloss aus den diversen Filmen) ist Pflicht, das kann man nicht versäumen, schon wegen der diversen Achterbahnen, blieben also zwei Möglichkeiten übrig: Epcot Center und Hollywood Studios.
Nach einer intensiven Recherche im Internetz und einer persönlichen Empfehlung eines Freundes haben wir uns dann für das Epcot-Center entschieden...und diese Wahl auch keine Sekunde bereut!
Der Besuch dort war von Anfang bis Ende spitzenmäßig, die Ausstellungen, Filme und Simulationen waren allesamt super und haben der ganzen Familie gut gefallen und wir hatten zudem beim Anstellen das Glück, kein einziges Mal wirklich lange warten zu müssen.
Da der Tag wiederum sehr heiß war, fanden wir es auch äußerst angenehm, dass auf den Wegen zwischen den einzelnen Attraktionen immer wieder schattige Stellen waren.
Rund um einen künstlich angelegten See reihen sich typische Bauten aus diversen Teilen der Welt, dem sogenannten World Showcase. Man kann zu Fuß nacheinander Mexiko, Norwegen, China, Deutschland, Italien, USA, Japan, Marokko, Frankreich, Großbritannien und Kanada durchwandern und natürlich auch landestypisches Essen zu sich nehmen oder entsprechende Souvenirs erstehen.
Zum Teil gibt's bei den einzelnen Stationen auch noch Extra-Attraktionen, so kann man in Norwegen auf Booten die Geschichte von der Urzeit bis zu den Bohrinseln erleben. In einem kurzen Informationsfilm, der nach der unterirdischen Bootsfahrt gezeigt wird, fällt uns dann ein kleines aber umso amüsanteres Detail auf: Als davon erzählt wird, dass Norwegen unter anderem eine lange Tradition beim Schispringen hat, wird ganz groß ein Schispringer mit einem Helm mit österreichischem Bundesadler eingeblendet... :)
Alles in Allem war es ein wunderschöner Tag, der - typisch amerikanisch - mit einer Pizza bei Pizza-Hut ausklingt.

Mittwoch, 1. August 2012

Urlaub 2012 - Hey, Mickey!

Wir waren zwar schon ein Mal in Disneyword und zwei Mal in Disneyland - einmal in Los Angeles und einmal in Paris - es ist aber jedesmal ein ganz besonderes Gefühl, wenn man durch die Tore des Magical Kingdom geht. Man fühlt sich plötzlich wieder so, als ob man 10 Jahre als ist und durch ein magisches Portal direkt in eines der Lustigen Taschenbücher gefallen wäre.
Dementsprechend waren die beste Ehefrau von allen und ich unseren Kindern auch unsagbar peinlich, offenbar geziemt es sich für gesetzte ältere Leute nicht, sich kindisch aufzuführen.
Eigentlich wollten wir bis zum Feuerwerk um 22:00 zu bleiben, aber 34° im Schatten und eine Luftfeuchtigkeit von gefühlten 100% zwangen uns schon um 16:00 zum Rückzug.
Nachdem wir aber zu diesem Zeitpunkt unser Pensum (Space Mountain, Thunder Mountain, Splash Mountain, etc.) ohnehin schon absolviert hatten und unsere Schuhe sich um mindestens zwei Nummern zu klein anfühlten, waren wir darüber nicht so wirklich traurig. Aus dem erfrischenden Sprung in den Pool wurde dann allerdings leider nichts mehr, weil uns ein ordentliches Gewitter heimsuchte und die Ressortleitung aus irgendwelchen Gründen das Schwimmbecken gesperrt hatte...vom Blitz erschlagene Hotelgäste machen sich vermutlich als Werbung nicht so sonderlich gut...
Statt einem Abendessen nahmen die beste Ehefrau von allen und ich dann ein leichtes Menü aus kalifornischem Rosé, Tacos, Salsa und Chili-Cheese-Dip zu uns...nach der Völlerei des Vortages eine willkommene Abwechslung...

Urlaub 2012 - Welcome to Florida

Copyright © 2012 Michaela Asteriou 
Am ersten Tag nach einem langen Flug zahlt es sich aus, wenn man alles ein wenig gemächlicher angeht als sonst. Wenn man vor hat, vier Tage in Vergnügungsparks zu verbringen, ist es ratsam, zuerst mal Kräfte zu sammeln...die braucht man dann nämlich dringend.
Außerdem ist am Wochenende in Disneyland und den Universal Studios immer der Teufel los und diesen Trubel muss man sich nicht unbedingt antun, wenn es sich vermeiden lässt. Also wird der Sonntag dazu genutzt, auszuspannen und sich von den Strapazen der Reise zu erholen. Gegen die Überfuhr per Schiff wie im 19. Jahrhundert ist ein Flug in der Holzklasse zwar phänomenal komfortabel und nachgerade blitzschnell, aber wir komfortverwöhnte Mitteleuropäer sind dann doch ein wenig mitgenommen...
Unsere Unterkunft - ein Appartement im Caribe Cove Ressort - ist locker drei- bis viermal so groß, wie meine erste Wohnung...wobei das an sich keine Kunst ist...mehr als ein Wohnklo war das damals eh nicht...
In der Anlage befindet sich auch ein Pool, an dem wir dann den kompletten Sonntag verbringen, wenn man von einem Frühstück bei Denny's (ganz traditionell mit Spiegelei, Hash Browns, Toast, Bacon, Sausages und Pancakes) und dem Abendessen im Texas Roadhouse absieht. Das Kalorienkonto war an diesem Tag sicher massiv im Plus. Notiz an mich selbst: Nach einem Vorspeisenteller mit Boneless Wings, gefüllten Jalaplenos, Tater Skins und Blooming Onion das nächste Mal keine Ribs & BBQ Chicken mit grünen Bohnen und French Fries als Beilage mehr bestellen...
Die Nacht war dementsprechend eher unruhig, aber da muss man durch...schließlich ist man im Urlaub...

Montag, 30. Juli 2012

Urlaub 2012 - The Beginning

Samstagmorgen und Kopfweh, aus irgendeinem mir nicht ersichtlichen Grund fallen diese zwei Ereignisse oft zusammen (nein, es liegt nicht daran, dass ich am Freitagabend in irgendeinem Lokal versumpfe). Das ist normalerweise schon ein Grund, mich nicht wirklich froh zu stimmen, wenn aber an diesem besagten Samstag auch noch mein Urlaub beginnt, dann stört mich das noch mehr als normalerweise. Außerdem hatte ich auch noch ziemliche Rückenschmerzen, alles in allem also kein wirklich guter Start in einen Urlaub.
Nachdem wir erst am Flughafen frühstücken wollten und ich meinen ersten Kaffee also nicht vor 09:00 bekommen würde, war ich also dementsprechend gut gelaunt. Ob es an diesen Umständen liegt, dass ich das neue Terminal 3 am Flughafen Schwechat furchtbar finde, oder ob der wirklich eine Katastrophe ist, kann ich jetzt nicht mit Sicherheit sagen...ich tippe aber auf letzteres...
Kilometerlange Fußwege, kaum Toiletten (haben die darauf vergessen?), unzureichende Beschilderungen und  außerdem kommt man sich auf dem Weg zum Gate vor wie in einem Supermarkt: Man geht mehr oder weniger andauernd direkt durch irgendwelche Duty-Free Shops durch. Ist man dann endlich dort wo man hin will, muss man sich noch einen Stempel auf der Boarding-Karte holen.Das dauerte in unserem Fall recht lange, weil die Dame, der dieser Job zugeteilt wurde, damit ziemlich überfordert  war. Da muss geprüft werden, ob die Nummer des Passes mit der am Ticket aufgedruckten übereinstimmt...eine höchst komplexe Tätigkeit also...
Nachdem wir unsere Tickets abgestempelt bekommen hatten, wurde uns mitgeteilt, dass wir noch eine Viertelstunde Zeit hätten, bis das Boarding beginnen würde, diese Zeit haben wir dann genutzt, um endlich zu frühstücken. Ich sag' nur so viel: Ich hab' schon um weniger Geld besser gegessen.
Nach den hastig hinunter geschlungenen Köstlichkeiten mussten wir uns dann noch mal bei der selben Dame anstellen, die uns schon die Stempel verpasst hatte, zu diesem Zeitpunkt waren aber in der Schlange ungefähr 60 Personen...hat also wieder ein wenig gedauert.
Der Rest ging dann gottlob ohne weitere Verzögerungen von Statten und nach etwas über neun Stunden ereignislosen Flugs landeten wir in Washington, dem Zwischenstopp auf unserem Weg nach Florida. Einreise- und Zollformalitäten waren ereignislos und richtig interessant wurde es erst, als uns bei unserem Gate von einer Mitarbeiterin von United Airlines erklärt wurde, dass wir noch keine Bordkarten hätten und diese bei einem der Customer-Center bekommen würden, an denen wir zuvor vorbeigeschlendert waren.  Nachdem in der Schlange vor dem Service-Desk ungefähr 100 Leute standen, entschieden wir uns für die Variante "Self-Check-In". Der erste Automat hatte allerdings leider mir jeder unsererer Kreditkarten ein Problem und nach dem vierten Versuch wurden wir aufgefordert, uns mit einem Mitarbeiter der Fluglinie in Verbindung zu setzen.Ich hab' mich also dann doch in der Schlange angestellt, die sich ungefähr mit dem Tempo von Kontinentaldrift vorwärts bewegte, während die beste Ehefrau von allen  mit einer der anderen Reservierungsnummern an einem anderen Gerät ihr Glück versuchte. Nachdem ich mich in der Schlange um lockere zehn Plätze nach vorne gekämpft hatte (Entschuldigung, wann geht Ihr Flug? Unserer geht in weniger als einer Stunde, uns pressiert's also ein bisserl. Dankeschön!) kam dann die freudige Meldung meiner Frau, dass sie es doch geschafft hatte, einen funktionierenden Apparat zu finden, der alle unsere Bordkarten ausgedruckt hatte.
Nachdem wir unsere Plätze im Flieger eingenommen hatten, ging die Warterei wieder los, weil es gewitterbedingt Verzögerungen beim Start gab. Nach knapp einer Stunde am Runway hoben wir aber dann doch noch ab und erreichten nach etwas über zwei Stunden Orlando.
Mietwagen abholen, 30 Minuten Fahrt nach Kissimmee, einchecken im Caribe Cove Ressort, Koffer auspacken, kleines Abendessen und um 23:30 Ortszeit endlich ins Bett. Gute Nacht.

Freitag, 3. Juni 2011

Sleeping beauty

Es ist also wieder einmal soweit, ich mache Urlaub! Nur damit da keine Missverständnisse entstehen, ich war zwar heuer schon zwei Mal in Kalifornien, allerdings habe ich da die meiste Zeit gearbeitet und mir erst am späteren Nachmittag "frei genommen". Wozu war ich dann überhaupt dort? Nunja, meine Kinder haben in Santa Barbara ein Auslandssemester gemacht und meine Frau hat sie begleitet und am College Englisch belegt. Ich bin am Anfang mitgekommen, um unsere temporäre Bleibe einzurichten (naja, nicht wirklich einzurichten, eher ein wenig zu "pimpen") und hab meine Lieben dann nach zwei Monaten besucht.
Jetzt fliege ich wieder hin (ich schreibe dies auf dem Weg nach London), wir alle machen gemeinsam Urlaub und dann geht's wieder in die Heimat...

Gestern hab ich einen Versuch durchgeführt: ich wollte den Koffer so spät wie möglich packen, ohne etwas zu vergessen. Ich hab dann also erst um 23:30 begonnen, meine Sachen einzupacken, mal sehen, ob ich alles habe...ich werde euch am Laufenden halten...
Als ich dann endlich ins Bett gegangen bin (es gab noch ein paar Mails zu erledigen) war es dann 01:30, der Wecker läutete um 04:00 und dementsprechend ausgeschlafen war ich auch. Das hat sich dann so geäußert, dass ich noch vor dem Abheben des Fliegers nach London schon eingeschlafen war und zum Glück gerade noch rechtzeitig fürs Frühstück wieder aufgewacht bin...
Jetzt werde ich allerdings schon wieder ein wenig müde und werde wohl noch ein Weilchen schlafen...
...ein Weilchen war dann doch der Rest der Strecke, munter geworden bin ich erst, als der Pilot durchgesagt hat, dass wir uns im Landeanflug befinden...selten so schnell in London gewesen... :)

Ankunft Terminal 2, Abflug Terminal 5. Das bedeutet eine kleine Busfahrt, die ein wenig an einen Thrill-Ride in einem Rollercoaster erinnert. Außerdem fahren die Briten immer noch auf der falschen Seite...
Nach der Sicherheitskontrolle, bei der ich Gottlob nicht meine Schuhe ausziehen musste, gibts reichlich Gelegenheit zum Shopping...oder für ein ausgiebiges englisches Frühstück. Eine Regel beim Reisen lautet, dass man immer, wenn sich eine Gelegenheit ergibt, essen soll...man weiß nie, wann man das nächste Mal dazukommt. Diese Regel ist zwar vermutlich noch aus der Zeit, als man mit Kutschen unterwegs war, aber nur weil sie alt ist, muss sie ja nicht unbedingt schlecht sein, oder...? :)
Speck, Bohnen, Würstchen, Scambled Egg, Hash-Browns, eine halbe heiße Tomate (sollte eigentlich gegrillt sein), ein Schwammerl (wääähhhh), eine Scheibe Toast, Butter und Marmelade...Herz, was willst du mehr? Normalerweise nicht unbedingt meine erste Wahl, aber in Großbritannien ist das total ok...

Was nach dem Einsteigen so alles passiert ist, kann ich nicht sagen, weil ich ungefähr 5 Minuten, nachdem ich mich auf meinen Platz gesetzt habe, eingeschlafen bin und erst wieder munter wurde, als das Frühstück serviert worden ist...wie gesagt, man soll keine Gelegenheit auslassen, wenn man was zu Essen bekommen kann...

Im Flieger nach L.A. hab ich einerseits Glück mit meinen Sitznachbarn gehabt (keine kleinen Kinder, nicht übergewichtig, keine Dauerplauderer, keine unangenehmen Körpergerüche) andererseits waren sie aber an einer Konversation überhaupt nicht interessiert und das ist dann auch irgendwie fad...
Ich hab mir also in Ermangelung interessanter Gespräche drei Filme angesehen und ein wenig geschlafen. Das Essen war der British Airways entsprechend: Geschmacklos und total weichgekocht...aber sonst sehr gut... :)

Den Rest des Fluges hab ich dann mehr oder weniger verschlafen, bin erst aufgewacht, als wir mit 45 Minuten Verspätung gelandet waren.

120 Leute vor drei offenen Schaltern bei der Bordercontrol, aber wenigstens war nach der Stunde Wartezeit der Koffer schon da, schnell durch den Zoll und nach einer Viertelstunde endlich beim Mietwagenverleih, wo die beste Ehefrau von allen schon auf mich wartete. Nachdem anzunehmen war, dass bei der Rückreise am Ende des Urlaubs mehr als vier Gepäckstücke im Kofferraum Platz finden würden müssen, haben wir uns für einen Chevrolet Tahoe entschieden, zählt allerdings immer noch nicht zu den großen Fahrzeugen auf der Straße...bei uns zu Hause würde man damit aber sicher schon keinen Parkplatz mehr finden...

Ungefähr 30 km vor Santa Barbara war dann allerdings mit der Reise Schluss, nachdem wir uns einen Platten eingefangen hatten. Nochmal eine Stunde auf einen Reparaturdienst warten, 10 Minuten Reifenwechsel und wir konnten unsere Reise fortsetzen...um halb zehn sind wird dann endlich angekommen. Schluss. Aus. Ende. Schlafen.


Position:Chiquita Rd,Santa Barbara,Vereinigte Staaten

Sonntag, 16. Januar 2011

Leaving on a jet plane

Eigentlich stammt das Lied aus der Feder von John Denver, aber die bekannteste Version ist vermutlich die von Peter, Paul and Mary. Für mich war es gestern, ach Quatsch, eigentlich schon vorgestern - die Zeitverschiebung bringt einen völlig durcheinander - Zeit, die Heimreise von Santa Barbara nach Wollmannsberg anzutreten. Kein schönes Gefühl, wenn man seine Familie zurücklassen muss...dabei weiß ich ganz genau, wann ich wiederkomme...

Los Angeles (zumindest ein kleiner Teil davon)
Manchmal hat man beim Fliegen Glück und einen interessanten Sitznachbarn. Bei einem der letzten Male bin ich neben Walter Hübner gesessen (kennt niemand, ist aber ein Experte, wenn es um Kometen geht, war gerade auf dem Weg zur "Planetary Defence Conference"...kennt auch niemand...), ein sehr angenehmer Geprächspartner, der sich mit der Stewardess der Air France auf Französisch, mit mir auf Deutsch und mit einer Frau vor uns auf Slowenisch unterhalten hat, einmal war unser Herr Bundespräsident im selben Flieger (natürlich nicht bei uns in der Holzklasse) und beim Rückflug aus New York vor zwei Jahren bin ich an der Silikone Pamela Anderson vorbeigestolpert...die war natürlich ebenfalls in der ersten Klasse unterwegs...

Manchmal hat man beim Fliegen Pech und sitzt neben oder in direkter Nachbarschaft zu Eltern mit einem oder wenn's ganz schlimm ist, mehreren Kleinkindern, die während des gesamten Fluges quengeln oder schreien...ich weiß schon, dass die Kleinen arm dran sind, wenn sie über 10 Stunden ruhig sitzen sollen, deshalb wird's aber für die Leute rundherum auch nicht besser...

Diesmal war's nicht ganz so schlimm, ich hatte als Sitznachbarn ein Ehepaar aus Kasachstan...zumindest sah er aus wie ein übergewichtiger Borat (inklusive Wuschelhaaren und überdimensionalem Schnauzer). Direkt neben mir saß seine Angetraute, die um die 130 kg auf die Waage gebracht haben dürfte und nur teilweise in den Sitz gepasst hat (was drübergestanden ist, war dann auf meinem Sitz). Die beiden waren als Gesprächspartner nur bedingt geeignet, denn einerseits ist mein Kasachisch ein wenig eingerostet und das Englisch der beiden war eher weniger verständlich, soweit ich das aus der Konversation mit der Stewardesse entnehmen konnte (Was haben die beiden in L.A. gemacht?) und andererseits haben sie ohnehin lockere 3/4 des Fluges geschlafen.

Das Essen an Bord der British Airways von Los Angeles nach London war so, wie man es sich von den Engländern vorstellt: Zerkochtes Rindfleisch mit geschmacklosem, in seiner Konsistenz an Tapetenkleister erinnerndem Kartoffelpüree und zerkochten, ungewürzten Erbsen und Karotten. Ich hab' mich dann auf die Semmel konzentriert und sogar die Nachspeise stehengelassen (irgendein undefinierbarer Teig mit kandierten Kirschen...).
Das "Frühstück" war dann sogar noch ungenießbarer, ich weiß überhaupt nicht, was das gewesen sein sollte, das ich da am Teller hatte. Ein kleines Packerl mit Rosinen (hä?), einen Vollkornkeks und ein...tja, wenn ich nur wüsste, was das war...irgendwie wie ein Stück Kuchen, aber eiskalt und von erschreckend klebrig-plastilinartiger Beschaffenheit...

Am Flug von Flug von London nach Wien durfte ich dann eine Premiere erleben: Ich hab' das Essen verschlafen! Das ist mir noch nie passiert. Normalerweise ist es so, dass ich in einen Flieger steige (oder einen Zug oder Bus) und sofort Hunger bekomme. Dabei ist es vollkommen egal, wie lange das letzte Essen her ist. In diesem Fall bin ich aber offenbar sofort nach dem Start eingeschlafen und erst wieder aufgewacht, als mein Sitznachbar den Tisch nach dem Essen wieder hochgeklappt hat. Soweit ich das aus den Resten bei den anderen Fluggästen erkennen konnte, gab's aber für die Economy-Klasse ohnehin nur Cracker, Erdnüsse und einen Kaffee oder Tee (letzerer ist bei der BA vermutlich besser als ersterer).

Wie dem auch sei, jetzt bin ich wieder zu Hause und meine Familie ist knappe 10.000 Kilometer weit entfernt...bin schon gespannt, wie ich das 66 Tage aushalten soll...
Meine drei Lieben am Stand von Santa Barbara
Ich glaube, ich such' meine "Best of Peter, Paul and Mary" und geh ein bisserl weinen...

Donnerstag, 13. Januar 2011

Abschied

Noch ist es nicht so weit, noch muss ich das sonnige Santa Barbara nicht gegen ein verregnetes. kaltes Wien eintauschen. Noch bin ich da. Und weil ich während meines Aufenthaltes jede Menge Zeit vor dem Computer verbracht habe, während draußen das herrlichste Wetter war, habe ich heute beschlossen, einen kleinen Spaziergang zu unternehmen. Aus dem Spaziergang ist dann schon fast eine Wanderung geworden, aber es war einfach so schön, dass ich nicht wieder zum Schreibtisch zurückkehren wollte...
Hier ein paar Bildchens vom Weg:
Blick über Santa Barbara
Nettes Haus, nette Aussicht, nette Lage

Weniger von allem...
Schöne Pflanzen (keine Ahnung, ob ich Agaven schon mal blühen gesehen hab')

Wie die zum Mond geflogen sein sollen, ist mir ein Rätsel...
Schaut eigentlich nett aus...auf den gelben Schildern steht aber: If you can read this, you are in shooting distance...


...offenbar hat nicht jeder gerne Besuch...

Noch eine schöne Blüte. Keine Ahnung, welche Pflanze das ist, aber die Farbe ist einfach ein Wahnsinn...
Selbstbildnis... :)


Montag, 10. Januar 2011

Endlich geschafft!

Hallo Miteinander!
Ich darf Euch allen eine freudige Nachricht überbringen! Es gibt' kein Spam mehr! Ich hab' eben in einem Supermarkt in Santa Barbara alle Packungen mit Spam aufgekauft...auch die mit 25% weniger Salz...sicher ist sicher...

Ich weiß noch nicht, was ich mit dem ganzen Zeugs jetzt mache, vielleicht versende ich es ja einfach per Post...
Was ich mich allerdings schon frage: Wie bekommt man die Dinger in ein eMail?

Sonntag, 2. Januar 2011

Ich geh' dann mal...

Was haben Sophie B. Hawkins, Albert Hammond, die Red Hot Chili Peppers, Beth Hart, Manfred Mann und noch viele andere Musiker gemeinsam? Sie haben alle Lieder über Kalifornien gesungen. Und dort fliegen wir morgen um 07:40 hin...mit einem kleinen Zwischenstopp in London. Ich hoffe nur, dass es morgen in Heathrow nicht wieder so ein Schneechaos gibt wie knapp vor Weihnachten, das wäre als Start für einen Urlaub eher weniger erbaulich...

Das Taxi kommt um 05:00, wir müssen also um 04:00 aufstehen...ich geh' jetzt schlafen...gute Nacht...

Montag, 26. Juli 2010

And the Winner is...

So schnell kann's gehen. Eben haben wir uns noch auf den kommenden Urlaub gefreut, schon ist er vorbei...
Wie war's? Ich lasse mal die einzelnen Stationen Revue passieren:

  • Las Vegas
    Sieht genau so aus, wie man es sich vorstellt, bzw. aus den diversen Fernsehserien oder Filmen kennt. Was man nicht mitbekommt (zum Glück, denn sonst würde man nach "Oceans 11" schweißgebadet aus dem Kino gehen) ist die wahnsinnige Hitze. Ich weiß ja nicht, ob heuer ein besonders warmer Sommer ist, aber Tagestemperaturen von knapp 40° und Nachttemperaturen von nicht unter 28° lassen den Menschen eigentlich keine andere Wahl, als in die eisgekühlten Casinos zu verschwinden.
  • Grand Canyon
    Einfach unbeschreiblich. Ein überwältigender Anblick, der sich in Bildern und Filmen vollkommen unzureichend einfangen lässt. Muss man einmal gesehen haben.
  • Death Valley
    Woher dieses Tal seinen Namen hat, kann man verstehen, wenn man an einem Tag mit lediglich durchschnittlichen Temperaturen aus dem klimatisierten Auto steigt und einem 48° heiße, vollkommen staubtrockene Luft entgegenschlägt.
  • Santa Barbara
    Eine wirklich nette, überschaubare, saubere, kleine Stadt mit ungefähr 90.000 Einwohnern die ca. 140 km nordwestlich von Los Angeles direkt am pazifischen Ozean liegt und eine total entspannte Atmosphäre hat.
  • San Francisco
    Schöne Stadt mit total wahnsinnigen Straßen bei denen ich andauernd das Gefühl hatte, beim Parken noch Keile unter die Reifen stellen zu müssen, weil die Handbremse allein gegen die enormen Steigungen keine Chance hat. Meiner Meinung nach sind alle Filme, bei denen man San Francisco im Sommer mit blauem Himmel sieht, retuschiert. Die nebelverhandenen Hügel und die Temperaturen von knapp 17° im Juli sind auch nach Aussagen von Leuten, die dort wohnen, keine Seltenheit.
  • Los Angeles
    Ein Moloch mit einer Fläche, die etwa halb so groß ist wie Vorarlberg, der Großraum Los Angeles ist mit über 12.000 km² sogar so groß wie Tirol. In manchen Gegenden würde es sich vermutlich gut wohnen lassen (Berverly Hills, Santa Monica, ...) wenn man zufälligerweise erfolgreicher Filmstar, Produzent, Regisseur oder von Beruf Sohn oder Tochter ist, und das notwendige Kleingeld hat, sich ein Haus leisten zu können, das nicht unter 10 Millionen $ kostet, andere Gegenden sind vermutlich billiger, sollte man aber weder alleine betreten noch befahren und dort wohnen schon gar nicht.
  • New York
    Über diese Stadt muss man nicht allzu viel sagen, alle Attribute, die man dem "Big Apple" üblicherweise zuschreibt, treffen zu 100% zu. Die Stadt ist laut, hektisch, ein Schmelztiegel der Nationen und sie schläft wirklich nie. Geschäfte haben immer offen, die Polizei-, Rettungs- und Feuerwehrsirenen klingen wirklich so, wie in den Filmen, die Polizisten in ihren schwarzen Uniformen sehen wesentlich cooler aus, als ihre österreichischen Amtskollegen, es läuft eine nicht unbeträchtliche Anzahl an Verrückten herum und Fastfood-Läden und Starbucks gibt's an jeder Ecke.
So jetzt zum wirklich Wichtigen:
Ich habe für meine Kunden ein Preisausschreiben gemacht, bei dem es einen Apple iPod Nano für diejenige oder denjenigen zu gewinnen gab, der mit seiner Schätzung den von uns in diesem Urlaub im Auto zurückgelegten Kilometern am nächsten kommt.
Hier der Kilometerstand bei Antritt der Reise: 18.397,7
Und hier bei der Rückgabe: 20.513,3
Das macht eine Differenz von 2.115,6 Meilen oder umgerechnet (1 mi = 1,60934 km) 3.404,72 Kilometer aus. Damit ist die Gewinnerin des iPod...tadaaaa...Petra Mattersdorfer von der Arbeiterkammer in Wien, die mit ihrer Schätzung von 3.396 km auf 9 km ans tatsächliche Ergebnis herangekommen ist. Herzlichen Glückwunsch...
Allen anderen wünsche ich beim nächsten Mal mehr Glück, ich werd' mir wieder was einfallen lassen...der nächste Urlaub kommt bestimmt...

Sonntag, 25. Juli 2010

I'm going home...

Am Samstag war es dann soweit: Der Tag der Heimreise war gekommen. Wir checkten aus unserem Hotel aus, verstauten die Koffer in der Gepäckaufbewahrung und fuhren ein letztes Mal mit der Subway in Richtung Downtown um auf einem Straßenmarkt noch ein wenig herumzustreunen. Nach einem späten Frühstück in einem netten italienischen Lokal (ausgezeichneter Espresso) machten wir uns auf den Weg zurück ins Hotel, sammelten unsere Koffer ein, zwängten sie und uns in ein Taxi und fuhren zum Terminal 1 des JFK-Flughafens.
Ab dann lief alles wie am Schnürchen:
  • Einchecken: Hatte die beste Ehefrau von allen schon am Vortag per Web-Check-In erledigt
  • Kofferaufgabe: Kein Problem, wir mussten für unsere fünf Gepäckstücke keine zusätzliche Gebühr zahlen, da der Flug schon im Oktober gebucht wurde und die "Nur-ein-Koffer-pro-Person-Regel" erst seit Jänner gilt
  • Flug: Ohne Zwischenfälle, ausgezeichnetes Essen, keine weinenden Babys in der Nähe, keine übergewichtigen, schnarchenden Programmierer am Nachbarsitz (außer bei meinem Sohn aber der ist an seinen Vater schon gewöhnt)
  • Landung: Butterweich, ein klein wenig peinlich allerdings der Applaus danach
  • Koffer einsammeln: Unsere waren alle vollzählig bei den ersten dabei, die vom Band rollten
  • Taxi: Pünktlich wie immer, auf Hr. Killian ist Verlass
  • Heimfahrt: Ereignislos, kaum Verkehr auf der A4/A23/A22
  • Haus: Immer noch da und sauber
  • Einbruch: Keiner...




Raindrops keep falling on my head...

Am Freitag war das Wetter so, wie man sich das für einen Besichtigungstag vorstellt - bewölkt und ein wenig kühler als die vorhergegangenen Tage, in denen das Thermometer auf knapp 39° geklettert war. Nach dem Frühstück fuhren wir also mit der Subway in Richtung South-Ferry, von wo jede Viertelstunde eine kostenlose Fähre nach Staten-Island abfährt, mit der man genau an der Freiheitsstatue vorbeikommt. Es gibt zwar auch Schiffe, welche die Insel, auf der das New Yorker Wahrzeichen steht, direkt ansteuern, uns wurde aber davon abgeraten, weil diese Tour von einer großen Menge an Personen gebucht wird und man mit ungefähr zwei Stunden Wartezeit rechnen muss, bis man in die Statue hineingehen und die Stufen bis in die siebenstrahlige Krone hinaufsteigen kann. Da wir aber ohnehin nur ein paar Fotos schießen wollten, haben wir uns diese Wartezeit erspart, nicht zuletzt durch unser eher begrenztes Zeitbudget.
Bevor wir aber von der U-Bahn-Station zum Hafengebäude gehen konnten, mussten wir noch ein wenig warten, denn der bewölkte Himmel hatte sich zu einem waschechten Wolkenbruch gemausert.
Nachdem der Regen nachgelassen hatte, fuhren wir mit der Fähre nach Staten Island und wieder zurück, wobei wir unterwegs ein paar Bilder schossen.
Den Umstand, dass ich ein wenig müde war, mich in der Fähre auf der Bank kurz zurückgelehnt und die Augen geschlossen hatte und kurz eingenickt sein dürfte, hat mein Junior sofort ausgenutzt, um ein Photo von mir aus einer eher unglücklichen Position zu schießen...so ein schönes Kinn....und da ist noch eines...
Als nächster Programmpunkt stand das Empire-State-Building auf unserer Liste. Der Regen hatte in der Zwischenzeit vollkommen aufgehört, wir stellten uns an, fuhren in den 86. Stock und genossen die nicht vorhandene Aussicht...viel zu viel Wasserdampf in der Luft, die Bilder sehen alle aus, als ob sie durch eine beschlagene Duschkabinentür aufgenommen wären.
Nachdem die Wolken nun fast alle verschwunden waren und die Sonne wieder kräftig einheizte, war der Rückweg vom Empire State Building ins Hotel (mit einem stilechten Zwischenstop in einem Pizza-Hut) eine wahre Tortour. Die Luftfeuchtigkeit dürfte so an die 90% betragen haben und die Temperatur war wieder auf kuschelige 35° geklettert. Noch schnell ein letztes Foto des Chrysler Buildings und dann nichts wie rein in die eisgekühlte Lobby unseres Hotels.
Am Abend kam dann das Highlight des N.Y.-Aufenthaltes, zumindest für meinen Junior, der ist nämlich ein Riesen-Fan der amerikanischen Punk-Rock-Band "Green Day". Wir hatten Tickets für deren Musical "American Idiot" im St. James Theatre gleich beim Times Square um's Eck.
 "American Idiot" ist nicht unbedingt ein Musical, wie man es sich vorstellt: Die gesprochenen Texte hätten vermutlich auf einer Serviette Platz gehabt, selbst wenn man statt eines Kugelschreibers einen Lippenstift verwendet hätte, die Musik ist zum Großteil nicht lieb und nett und Andrew Lloyd Webber würde davon vermutlich Schluckauf, einen Gehörsturz oder beides bekommen und es gibt nicht wirklich ein Happy End, es waren aber trotzdem knapp zwei Stunden mitreißende, energiegeladene, elektrisierende Unterhaltung, kann ich wirklich jedem empfehlen, der Musik mag, die ein wenig rockiger ist...ich würde das ja eher als Punk-Rock-Oper bezeichnen, mich fragt aber keiner...

Samstag, 24. Juli 2010

A Walk In The Park

Nachdem uns der Kofferträger um sechs Uhr aus dem Schlaf gerissen hat, um uns mitzuteilen, dass unser Gepäck nun angekommen sei, taumelte ich erst mal vollkommen schlaftrunken und mit nichts als dem Abdruck eines Polsters im Gesicht bekleidet zur Türe, um auf unsere Koffer zu warten. Die beste Ehefrau von allen meinte, dass das eventuell einen schlechten Eindruck beim Hotelpersonal hinterlassen könnte und so schnappte ich mir einen der bereitgestellten Bademäntel und nahm die Gepäckstücke entgegen.
Weil ich schon munter auf war, machte ich noch gleich ein Foto des Chrysler-Buildings, welches man von unserem Hotelzimmer aus sehen kann. Da sich die Fenster nur einen kleinen Spalt weit aufmachen lassen, gerade groß genug, um die Kamera durchzustecken, ist die Perspektive ein wenig eigentümlich geraten.
Wir sanken dann alle nochmal in die Polster zurück (sogar die Kinder wurden von dem Telefongebimmel munter und das heißt schon was...) und hängten noch mal 3 Stunden Schlaf an. Für unsere innere Uhr, die ja noch immer auf Californien-Zeit eingestellt war, war's dann zwar auch erst sechs Uhr und das ist für Urlaub eigentlich viel zu früh, aber was soll's. Erstens mussten wir uns ohnehin schön langsam an die Zeitumstellung gewöhnen und außerdem wollten wir, da wir ohnehin nur 2 1/2 Tage in der Riesenmetropole verbringen können würden, keine Zeit mit so sinnlosen Dingen wie Schlafen vergeuden.
Wir begannen den Tag mit einem ausgiebigen Frühstück (mal ganz was Neues) in einem der zahllosen Delis und machten uns dann auf den Weg, unseren Kindern die Stadt ein wenig näherzubringen. Die beste Ehefrau von allen und ich waren ja schon zweimal in New York, für unsere Kids war es aber das erste Mal. Wir besuchten also alle wichtigen Landmarks: Den Timesquare, den Central Park, China Town (nein, das lassen wir aus, den Kindern riecht es dort zu streng nach Fisch und wir haben ihn ohnehin schon gesehen), Ground Zero (der Freedom-Tower wächst schön langsam), die Fifth Avenue und den M&M Shop. Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass letztgenannter meinen Kids besonders gut gefallen hat.
Nachdem sich meine zwei lieben Kleinen in Summe knapp 1,5 kg M&M's (mit Erdnuss drin) abgefüllt hatten, verließen wir vorsichtshalber den Shop und machten mit unserer Tour weiter.
Meine Holde und ich hatten bei unseren letzten Besuchen (einmal im Mai und einmal im September) eher kühles Wetter und hatten uns schon in Kalifornien gefreut, dass es in N.Y. diesmal sonnig und warm sein würde. Man soll vorsichtig sein, was man sich wünscht, es könnte in Erfüllung gehen. Wenn im Juli in New York die Sonne scheint ist es in der Stadt eigentlich kaum auszuhalten. Die Hitze kommt ja nicht nur von oben, sondern wird auch von den Häusern und dem Asphalt zurückgestrahlt und das macht Besichtigungstouren und ausgedehnte Wanderungen eher unangenehm.
Etwas Gutes hatte es aber auch: Ich hatte es bis dato nicht geschafft, einmal im Central Park in der Wiese zu liegen, so wie man das in den Filmen immer sieht, gestern war es dann soweit. Danach sind wir ein wenig am Ufer des Wasserreservoirs in der Mitte des Parks spazieren gewesen aber wie schon gesagt, laden Temperaturen um die 39° nicht gerade zum Wandern ein.
Am Abend versuchten wir dann erfolglos Karten für "Inception" zu bekommen, leider waren aber alle Vorstellungen ausverkauft (und das in einem Kino, in dem der Film von 14:00 bis 22:30 alle jede halbe Stunde gezeigt wurde) und so sahen wir uns einfach noch mal "Despicable Me" an...ist auch beim zweiten Mal noch witzig.
Dann aber nichts wie ins Hotel zurück und unterwegs noch schnell ein paar Bilder vom Times Square bei Nacht.
Abendessen brauchten wir übrigens keines mehr...die 1,5 kg hatten wir restlos verputzt...

Lost in Translation

Der vierte Buchstabe des griechischen Alphabeths - Delta (Δ) - wird in der Mathematik üblicherweise als Zeichen für eine Differenz, d.h. einen Unterschied verwendet. Bei der gleichnamigen amerikanischen Airline konnten wir feststellen, dass deren Name ganz vortrefflich gewählt wurde, denn der Flug von Los Angeles nach New York hat sich von allen Flügen unterschieden, die wir bis jetzt unternommen haben.
Ursprünglich für 09:00 angesetzt, hatte die beste Ehefrau von allen von Expedia, über die sie die Reise gebucht hatte, eine Reihe von Emails bekommen, in denen die Abflugzeit mal um 10 Minuten nach vorne und dann wieder um 15 Minuten nach hinten geschoben wurde. Die letzte Information war, dass der Flug am Mittwoch um 08:50 gehen sollte.
Da wir einerseits 90 Minuten vor Abflug am Flughafen sein wollen und andererseits nicht genau wussten, wie der Verkehr dorthin sein würde, standen wir bereits um 06:00 auf, räumten unser Zimmer und machten uns auf den Weg. 
Da nicht viel Verkehr war (zumindest für L.A.-Verhältnisse) legten wir die Strecke in knapp 30 Minuten zurück, retournierten unser Fahrzeug beim Autovermieter und fuhren mit dem Zubringerbus zum Terminal 3.
Dort angekommen - in der Zwischenzeit war es 07:15 - versuchten wir angesichts der schier endlosen Schlangen an den Schaltern unser Glück bei den Self-Check-In-Automaten, die hatten beim Flug von New York nach Los Angeles am Beginn unseres Urlaubs super funktioniert (im Gegensatz zu denen am Wiener Flughafen). Nach der Eingabe unseres Bestätigungscodes meinte das Gerät aber, wir sollten mit einem "Agenten" Kontakt aufnehmen, üblicherweise kein sonderlich gutes Zeichen. Der schaute sich unseren Zettel an und meinte dann kurz angebunden, dass die Abflugzeit von 08:50 auf 08:00 geändert worden war, wir zu spät dran seien, um noch einsteigen zu können, unseren Flug verpasst hätten und uns somit an die Abteilung "Special Service" für eine Umbuchung zu wenden hätten. Und das noch vor dem ersten Kaffee. Toll. Ganz toll.
Beim Schalter für "Special Services" waren dann - welch Überaschung - bereits ungefähr 20 Leute angestellt, bis wir an der Reihe waren, wuchs die Menge auf ungefähr 100 an...
Der Mitarbeiter erklärte uns, dass wir den Flug nur deswegen verpasst hatten, weil wir nicht bereits 2 Stunden vor dem Abflug am Flughafen gewesen waren, er würde uns aber trotzdem kostenlos neue Tickets ausstellen und uns für den Flug um 11:00 buchen...oh, wie nett. Nachdem unsere Koffer mit kleinen Barcode-Schleifchen versehen waren, trugen wir sie zur Abgabestelle, wo sie einer nach dem anderen auf das Band gehievt wurden und im Schlund des Durchleuchtungsgerätes verschwunden.
Danach stellte die beste Ehefrau von allen fest, dass der nette Herr Emmanuel am Schalter statt der versprochenen Maschine um 11:00 die nächste um 13:30 für uns gebucht hatte. Ich drängelte mich unter den bösen Blicken der wartenden Hundertschaft nochmal zu ihm vor, legte ihm unsere Bordkarten hin und erklärte die Sachlage. Er nahm die Tickets, klickte eine Weile auf seinem Computer herum, warf die Karten weg und druckte dann neue aus, diesmal korrekterweise mit 11:30 als Abflugzeitpunkt. Ok, er hatte vorher eigentlich von 11:00 gesprochen, aber so kleinlich bin ich nun auch wieder nicht.
Triumphierend ging ich zu meiner Familie zurück und wedelte voll Stolz mit den Bordkarten herum, meine Frau meinte allerdings nur trocken, ob ich auch wegen der Koffer gefragt hätte. Hatte ich natürlich...nicht. Also nochmal vordrängeln, böse Blicke, Sachlage erklären, Computer klicken, noch mehr klicken, noch mal klicken, dann gab er mir die Koffer-Tickets zurück und meinte, nun wäre alles in Ordnung.
Während der zweistündigen Wartezeit bemerkten wir, dass meine Frau als einzige bereits einen festen Sitzplatz hatte (5A) wir anderen aber nur einen "Seat Request", der laut Aussage der Dame beim Gate kurz vor dem Boarding gegen einen Sitzplatz umgetauscht werden würde.
Zu dem Zeitpunkt war die Abflugzeit von 11:30 auf 12:05 verschoben worden. Ein paar Minuten später stand dann 11:30 auf der Anzeigetafel, kurz danach kam dann eine Durchsage, dass wir erst um 11:50 fliegen würden, weil es zu viel Air-Traffic gäbe. Keine zwei Minuten später dann eine neuerliche Durchsage, dass wird doch um 11:20 fliegen würden, damit wie dem Stau entgehen würden. Dann wurden wir alle einzeln aufgerufen, und unsere "Seat Requests" gegen richtige Sitzplatzkarten getauscht. Die Karte meiner Frau sollten wir an Bord umtauschen, wir hatten nämlich drei Plätze in der 21. Reihe. Als es dann Zeit war, an Bord zu gehen, stellten wir erstaunt fest, dass die beste Ehefrau von allen einen Platz in der ersten Klasse bekommen hatte, wir anderen aber in der Holzklasse untergebracht waren. Nett wie wir waren, haben wir ihr aber gesagt, sie solle dort bleiben und den Komfort und das Essen genießen, wir würden auch mit trockenen Erdnüssen auskommen...
Nach einem ereignislosen Flug landeten wir ohne Probleme in New York, gingen zur Gepäckausgabe, warteten ein wenig...und dann noch ein wenig...und dann noch ein wenig länger und als das Band stehenblieb und keine Koffer mehr ankamen, wurden wir doch ein wenig unrund und fragten im Baggage Service Center nach. Die Dame war zwar höflich, ließ aber doch merken, dass sie eigentlich absolut keinen Bock mehr hatte zu arbeiten und die Kunden (hinter mir standen noch mal ungefähr 10 Personen) ihr furchtbar auf die Socken gingen. Sie hat aber dann doch herausgefunden, dass unsere Koffer sich in der Maschine um 13:30 befanden (so ein Zufall aber auch) und erst in zwei Stunden ankommen würden. Wir könnten also entweder warten oder einfach ins Hotel fahren, das Gepäck würden uns nachgebracht werden.
Wir zogen es vor, uns gleich ins Hotel zu begeben und schlafen zu legen, da wir von dem Tag vollkommen fertig waren.
Um sechs Uhr in der Früh (unserer inneren Uhr nach war es auf Grund des Zeitunterschieds zwischen Los Angeles und New York erst drei in der Nacht) riss uns das Telefon aus dem Tiefschlaf, einer der Hotelangestellten meldete uns, dass die Koffer eingelangt seien und sie jetzt auf's Zimmer gebracht werden würden. Super. Danke Emmanuel.