Freitag, 19. März 2010

Alteisen

Habe eben auf unserem Gemeindeamt die folgende Werbung für die Oma/Opa-Börse gefunden. An sich wäre das ja eine gute Sache, was mich aber ein wenig verstört, ist die Altersgrenze für angehende Leih-Großeltern:
Obwohl ich den Leih-Opa schon seit fast 3 Jahren spielen könnte, werde ich doch wohl noch ein wenig warten...Alfred Böhm hat die Rolle ja auch erst mit knapp 65 übernommen...

Donnerstag, 18. März 2010

Viva Mexico!

Ahhh....Mexico! Da denkt man doch sofort an Chili, Siesta, Tequila, Kakteen, Tacos, Tortillas, Pancho Villa und Sombreros. Und an Guacamole. Gestern hatte ich allerdings eine Begegnung der dritten Art. Irgendwie überkam mich am Nachhauseweg ein wahnsinniger Gusto auf Tortilla-Chips und Guacamole. Also nichts wie in den nächsten Supermarkt und Chips und Dip besorgt.
Die Füße auf den Wohnzimmertisch, die Chips und den Dip geöffnet und....wäääähhhh!
Ein Blick auf die Inhaltsstoffe bestätigte dann meine Vermutung: Diese grüne Pampe hat mit der beliebten Avocadocreme in etwa so viel gemein wie Crème de la Mer mit Tzatziki. Ich habe erstere zwar noch nicht gekostet, aber schlimmer als dieser kotzgrüne, zähflüssige Schleim mit der Konsistenz (und dem Geschmack) von Spachtelmasse kann es auch nicht sein...
Ich dachte immer, Guacamole besteht aus Avocados, Tomaten, Knoblauch, Tabasco und Salz. Ha! Ich war ja sowas von fehlinformiert...hier die vollständige Zutatenliste für "Guacamole à la Chio-Chips":

  • Trinkwasser
  • Creme Fraiche
  • Joghurt
  • Schmelzkäse (Wasser, Käse, Butter, Milcheiweiß, Magermilchpulver, Süßmolkenpulver, Schmelzsalze: E331, E336, E452; Speisesalz)
  • Paprika (Paprika, Wasser, Branntweinessig, Zucker, Speisesalz, Festigungsmittel: Calciumchlorid)
  • Zwiebeln
  • Verdickungsmittel: E1422, E415, E412
  • Avocadopürree (Avocado, Antioxidationsmittel: Citronensäure, Ascorbinsäure)
  • Maisstärke
  • Avocadoöl
  • Macadamianussöl
  • Eigelbpulver
  • Speisesalz
  • Emulgator: E435
  • Aroma
  • Säuerungsmittel: Milchsäure
  • Zitronensaft aus Zitronensaftkonzentrat
  • Maltodextrin
  • Zucker
  • Avocadopulver
  • Gewürze
  • Farbstoffe: E160a, E150d, E131
  • Pfefferonen
  • Pflanzenfett
Eh ganz einfach, oder? Ich sehe förmlich Salma Hayek vor mir, wie sie in einem tönernen Topf alle Zutaten vermischt und dann in den Garten hinausruft: Liebling! Essen ist fertig!


Montag, 15. März 2010

Ich bin schizophren. Ich auch.

Ich habe eben eine sehr seltsame Erfahrung gemacht. Ich bin gerade in Graz und wollte nur noch einen kleinen abendlichen Snack einnehmen. Vorgenommen hatte ich mir eigentlich irgendwas leichtes...Suppe und Salat oder so...
Ich sitze also in der Schmankerlstube, durchforste die Karte und habe mir auch schon was ausgesucht: Eine Fritattensuppe und einen Vogerlsalat mit warmen Kartoffeln.
Soweit so gut. Als dann aber die Kellnerin kommt, um die Bestellung aufzunehmen, habe ich dann plötzlich so eine Art "Out-Of-Body-Experience". Ich höre mir selbst zu, wie ich "Eine Fritattensuppe, ein gebackenes Putenschnitzerl mit Reis und einen grünen Salat mit Kernöl" bestelle.
Wer war das? Hab' ich das eben gesagt? Nachdem mein zweites Ich die Bestellung auf- und die Kontrolle wieder an mich abgegeben hatte, war es dann aber schon zu spät...die Kellnerin ist weg...naja, hätte schlimmer kommen können...der andere könnte ja auch ein Faible für Champignonrisotto mit Gorgonzola und frischen Oliven haben...wenigstens haben wir den selben Geschmack...und ich darf das Essen selber genießen. Wär ja echt blöd, wenn ich erst wieder nach dem Essen mitspielen dürfte...also dann: Mahlzeit
Mahlzeit...

Mittwoch, 10. März 2010

23:45

Man kennt das ja aus dem Film oder dem Fernsehen: Da gibt's jede Menge total sympatische Menschen, die mehr oder weniger ausgeprägte...ähäm...Eigenheiten haben.
Nehmen wir zum Beispiel Melvin Udall. Das ist dieser Typ aus "Besser geht's nicht", der beim Gehen immer darauf achtet, nicht zwischen zwei Steine am Gehweg zu treten...ok, der war am Anfang vielleicht nicht so wirklich hundertprozentig sympatisch...egal...
Oder Raymond Babbitt aus Rainman: "Ich bin ein ausgezeichneter Fahrer!"
Der bekannteste Sonderling ist aber sicher Adrian Monk. Den kennt ja wirklich jeder und der hat eine beachtliche Menge an seltsamen Macken, die ihn aber gerade deshalb so liebenswert machen.
Wenn man jemanden mit eigenartigen Verhaltensweisen mit "Du bist ein richtiger Monk!" tituliert, nimmt das a) keiner Übel und b) weiß jeder was damit gemeint ist.
Was hat das ganze jetzt mit mir zu tun? Tja, ich werde mich jetzt mal outen: Ich bin auch ein Monk!
Ich stehe auch dazu. Gut, ich desinfiziere mir nicht andauernd die Hände, muss nicht beim Vorbeigehen an Parkuhren jede einzelne berühren, habe keine Angst vor Menschenmassen, Höhen oder Tieren und bin auch sonst einigermaßen alleine lebensfähig (Ok, über den letzten Punkt könnte man jetzt mit meiner Frau diskutieren...), aber ich habe doch die eine oder andere Macke.
Eine spezielle hat mit dem Titel des heutigen Artikels zu tun: Wir haben einen Radiowecker, der die aktuelle Uhrzeit an die Zimmerdecke projiziert und die beste Zeit einzuschlafen ist definitiv 23:23. Warum? Weil 23 meine Lieblingszahl ist (Wieso? Keine Ahnung! Ich kann auch nicht erklären, warum ich Rotwein lieber mag als weißen und schwarze Autos lieber als blaue, ist halt so...) und deshalb ist die doppelte 23 ist einfach super.
Ein bisschen im Bett hin und her wälzen...verdammt...schon wieder einige Minuten vergangen...23:32...auch ok, 32 ist die Spiegelung zu 23, geht zur Not auch noch...23:45...geht klar, weil die Zahlen da so nett in einer Reihe stehen. Ein letzter Blick an die Decke und...oh verdammt...23:46..kein Problem...46 ist genau das doppelte von 23...alles in Ordnung. Also gleich umdrehen und schlafen, nur noch einmal nachsehen...23:47... Hmmm...macht nix. Sowohl 23 als auch 47 sind Primzahlen...phu gerade noch Glück gehabt...jetzt nur nicht wieder an die Decke sehen...
(Nur falls sich jemand fragt, warum ich in der Früh manchmal so müde bin :)

Freitag, 22. Januar 2010

Don Doloro - Der Herr des Schmerzes

Keine Ahnung, ob es anderen auch so geht. Ich bin im Wartezimmer eines Zahnarztes immer wie paralysiert. Ich versuche mich durch intensive Lektüre der diversesten Zeitschriften - erstaunlich oft sind das Golf-Magazine - davon abzulenken, wo ich mich gerade befinde.
Mein Zahnarzt hat mich mal gefragt, ob ich eine Spritze haben möchte. Ha! Was ist das denn für eine Frage? Er soll froh sein, dass ich ihm ohne Injektion die Hand gebe! Bevor ein Zahnarzt mit seinen Folterwerkzeugen in meinen Mund hinein darf, will ich eine Spritze haben. Zum Glück ist meine Angst vor den diversen Bohrern und Häkchen wesentlich größer als meine Angst vor Nadeln. Sonst wüsste ich ohnehin nicht, was ich machen würde...vielleicht zuerst ein oder zwei Valium einwerfen, bevor er mir eine lokale Betäubung geben kann...oder gleich Vollnarkose?
Wenn ich dann kopfüber am Behandlungstisch liege, den Mund weit offen und seine Finger tummeln sich irgendwo tief im Rachen, dann fängt das übliche Spiel an. Ich kenne keinen Zahnarzt, der anders wäre. Alle sind unheimlich kommunikativ und stellen einem andauernd irgendwelche Fragen. Wie war's im Urlaub? Wie geht's Deiner Frau? Was machen die Kinder? Wie läuft das Geschäft? Hat jemand meinen Bohrer gesehen? Obwohl sich meine Lippen anfühlen, als ob sie eigentlich gar nicht vorhanden wären und meine Zunge zwischen dem Saugschlauch, dem Bohrer und seinen Fingern ohnehin kaum Freiraum zur Bewegung hat, versuche ich dann seine Frage zu beantworten aber sobald man versucht, ein unartikuliertes "Mhgrhlwggrl" herauszubringen, kommt es sofort wie aus der Pistole geschossen: "Nicht sprechen!". Wozu bekommt man denn die ganzen Fragen gestellt, wenn sie gar keine Antworten haben wollen? Wie soll ich denn den Gesundheitszustand meiner Frau beschreiben? Mit einem Kopfnicken? 
Naja, wie dem auch sei, jetzt sitze ich wieder mal im Wartezimmer des Zahnarztes und es ist wie immer. Herzrasen, erhöhter Blutdruck, Angstschweiß auf der Stirn, Bauchkrämpfe, zittrige Hände, weiche Knie...
Gleich wird er herauskommen...oh...es ist soweit...


Hr. Asteriou?
Ja?
Wir haben heute die fixe Zahnspange ihrer Tochter herausgenommen, ab jetzt bekommt sie eine, die nur in der Nacht getragen wird.
Super! Danke für die Information.
Ihre Frau soll einen neuen Termin für eine Überprüfung ausmachen.
Ich richte es ihr aus.
Gut. Schönen Tag noch.
Auf Wiedersehen!


Na, war ja gar nicht so schlimm heute...

Samstag, 16. Januar 2010

Kindheitstrauma

Wenn man der Psychoanalyse Glauben schenken darf, dann haben viele Verhaltensmuster eines Erwachsenen ihre Ursachen in der Kindheit. Eine oralen Fixierung z.B. kann durch eine kurze Stillphase verursacht werden. Ich frage mich nun, was in meiner Kindheit schiefgegangen sein könnte, woraus sich dann mein spezieller Drang entwickelt hat.
Nein, ich habe keinen Schuh-Fetischismus, ziehe keinen Lustgewinn aus dem Tragen von Frauenkleidern, gehe nicht in den Park um - nur mit einem Mantel bekleidet - alte Damen zu erschrecken und habe auch noch nie daran gedacht, Sex mit einem Meerschweinchen oder einem Goldfisch zu haben.
Was ich meine ist wesentlich harmloser: Ich habe eine Faible für Gadgets (auf deutsch eigentlich "Schnickschnack"), d.h. alle Arten von Geräten, die nicht unbedingt dem Fortbestand der Zivilisation dienen, sonder eigentlich Spielzeuge für - zumeist männliche - Erwachsene sind. Typische Beispiele dafür wären:

  • Handy
  • Smartphone
  • Laserpointer
  • Ferngesteuerte Modelle (Micro-Hubschrauber, Auto, U-Boot, ...)
  • Magnetische Stahlkugeln
  • u.s.w.
Grundsätzlich kann man sagen, dass alles, was auf den folgenden Websites zu finden ist, mehr oder weniger in die Kategorie "Muss man nicht unbedingt haben...ich will aber trotzdem" hineinfällt:
 Wie komme ich jetzt zu dieser Erkenntnis? Ganz einfach! Ich wurde letzte Woche von einem Bekannten gefragt, ob ich denn schon wieder ein neues Telefon hätte und ich musste zugeben, dass ich bei meiner aktuellen Neuerwerbung nicht widerstehen konnte. Ich bin dann mal die Liste der PDAs durchgegangen, die ich in den letzten Jahren mein Eigen nennen durfte...
  • HTC HD2, mein aktuelles Schmuckstück
  • Nokia N97
  • Apple iPhone 
  • Nokia E90
  • Vodafone VPA IV
  • Nokia 9500
  • TI Avigo
  • Sharp Zaurus
  • Psion 5mx
  • Apple Newton Message Pad 2000
  • Psion 5
  • Rex 6000
  • Apple Newton
  • Psion 3c
  • Psion 3a
  • Psion 3
Kann sein, dass ich die Reihenfolge zwischen dem Nokia 9500 und dem Psion 3c ein wenig durcheinander gebracht habe...der Rest stimmt so...manche Geräte hatte ich auch parallel zueinander oder alternierend im Betrieb...
Also entweder hab' ich als Kind zu wenig Spielzeug bekommen oder ich habe zu viel Filme mit James Bond, Mini Max, Simon Templar oder Maxwell Smart (der mit dem Schuh-Telefon) gesehen...

Mittwoch, 6. Januar 2010

Lebensmittelallergie?

Ich habe mich ja schon mal darüber geäußert, dass ich der Meinung bin, dass es bestimmte Lebensmittelzusätze gibt, die einen dazu bringen, dass man von manchen Nahrungsmitteln mehr zu sich nimmt, als von anderen.
Seit ungefähr Ende November ist mir aber noch was aufgefallen, das mir ein wenig Sorgen bereitet:
Lebensmittel können Allergien auslösen!
Ich habe seit den Feiertagen eine stetig zunehmende Schwellung über meinem Musculus rectus abdominis, die ich mir nur so erklären kann, dass ich augenscheinlich auf bestimmte Lebensmittel in höchsten Maße allergisch reagiere. Dabei wird auch der Kreislauf in Mitleidenschaft gezogen, die Folgen sind Kurzatmigkeit, beschleunigte Herzfrequenz, erhöhter Blutdruck, schlechter Schlaf...wer weiß was sonst noch alles...
Deshalb verzichte ich seit vergangen Montag auf bestimmte Speisen, die ich offenbar nicht vertrage:
Kekse, Vanillekipferl, Lebkuchen, Kokosbusserl, Rumkokos etc.
Mal sehen, ob die Schwellungen und die restlichen Symptome  dann abklingen...

Samstag, 2. Januar 2010

Paris - Teil 4


Am Zahnarztstuhl, den Blick starr auf die Uhr gerichtet, scheinen die Zeiger sich im Schneckentempo von Zahl zu Zahl zu schleppen, während der liebe Onkel Doktor sich mit seinen Geräten an den Zähnen zu schaffen macht. Wenn man andererseits etwas Schönes erlebt, rast die Zeit nur so dahin.
Die Tage in Paris (klingt irgendwie wie der Titel eines französischen Films aus den Siebzigern) vergingen wie im Flug, der Kurzurlaub hat uns allen sehr gut gefallen.
Für den letzten Tag unseres Aufenthalts haben wir uns einen Besuch im Louvre vorgenommen. Dazu hatte meine liebe Frau auch schon die Adresse eines kleinen Tabakgeschäftes herausbekommen - angeblich ein Geheimtipp - bei dem man die Eintrittskarten kaufen kann ohne sich vor dem Museum anstellen zu müssen. So geheim kann der Tipp aber nicht gewesen sein, in der Schlange vor uns warteten nämlich ca. 200 Leute. Man bedenke: Dies war die Schlange vor einem Geschäft, welches als Geheimtipp gehandelt wird, nicht die Schlange vor dem Eingang zum Louvre selbst. Die war nämlich wesentlich länger als jene, die sich zwischen uns und unserem Ziel dahingewunden hat. Da wir nach ungefähr fünf Minuten um ebensoviele Plätze nach vor gerückt waren und somit alleine mit dem Kartenkauf locker zwei Stunden verbracht hätten, entschlossen wir uns dann doch, die Kultur links liegen zu lassen und uns lieber nach rechts, in Richtung Galleries Lafayette, zu wenden.
Dieses altehrwürdige Kaufhaus ist zwar wahnsinnig toll anzusehen (ein wunderschönes Jugendstil-Gebäude), was uns allerdings irritiert hat, war der Umstand, dass bei den meisten der ausgestellten Artikel kein Preisschild zu sehen war...gar kein gutes Zeichen. Wir entdeckten dann doch noch ein Paar Stiefelchen von Jimmy Choo (der aus der Serie "Sex and the City") um wohlfeile 1.500 €, aber zu meinem Glück sagte sowohl meiner Frau als auch meiner Tochter der Schnitt nicht zu...phu, Schwein gehabt...
Nach einem kurzen Abstecher in ein Cafe (die hatten dort eine leckere Crème brulée) sind wir noch ein wenig durch die Stadt gewandert, um dann endlich ein echt französisches Essen in einer echt französischem Brasserie zu uns zu nehmen. Man könnte annehmen, dass ich ein wenig essensgesteuert bin, aber das täuscht. Reiner Selbsterhaltungstrieb. Bei den von uns zurückgelegten Strecken ist ständige Nahrungszufuhr der einzige Hinderungsgrund gegen einen totalen Zusammenbruch...
Nach einer weiteren Wanderung (ich sag doch, dass wir andauernd gegangen sind) und einem weiteren Kaffee in einem Café (hab ehrlich nichts dazugegessen) sind wir dann über den Boulevard Saint-Germain in Richtung Champs-Élysées spaziert und dann nochmal bis zum Triumphbogen, wo wir zum letzten Mal die Metro Richtung Hotel nahmen.
Auf dem Weg von der U-Bahn-Station zu unserer Bleibe der vergangenen Tage holte uns dann doch noch der Regen ein, den wir eigentlich laut Wetterbericht während unserers gesamten Kurzaufenthaltes genießen hätten sollen...wäre nicht so toll gewesen...
Mit dem Taxi zum Flughafen, einchecken, Sicherheitskontrolle, wieder mal warten (zum Glück diesmal ohne Schlange und vor allem sitzend), ereignisloser Heimflug, sanfte Landung, kurze Heimfahrt und schon waren wir wieder zu Hause...

Was habe ich während meines Paris-Aufenthaltes gelernt:
  1. Wenn man nach Paris kommt, muss man auf unbedingt gutes Schuhwerk tragen, besonders dann, wenn man mit meiner Frau dort Urlaub macht
  2. Schlangen scheinen in Paris besonders beliebt zu sein, nicht nur dort, wo man sie ohnehin erwartet wie dem Louvre, dem Eiffelturm, Disneyland etc., sondern auch an Stellen, von denen man sie mit Sicherheit nicht vermuten würde: Vor dem Louis-Vitton- und dem Nespresso-Shop in der Champs-Élysées waren jeweils ca. 50-70 Personen angestellt, die darauf warteten, hineingelassen zu werden...
  3. Pariser sprechen nicht nur Französisch, sondern auch Englisch, wenn es sein muss. Das alte Vorurteil, dass sie nicht des französisch mächtige einfach ignorieren würden, stimmt offenbar nicht mehr.
  4. Ein generelles Rauchverbot in Lokalen führt nicht dazu, dass diese sofort schließen müssen, weil die Gäste ausbleiben, auch ein Volk, das so milde Zigaretten wie die Gitanes ohne Filter erfunden hat (Stichwort Beuschlreißer), funktioniert ohne diese lästigen Glimmstengel (ich hasse die Schreibweise "Glimmstängel", sieht echt furchtbar aus)
  5. Nicht nur die Finnen sitzen sofort im Freien, wenn die Temperatur über den Gefrierpunkt steigt, auch die Franzosen lieben das...
  6. Très bien bedeutet nicht "Drei Bienen" und Sortie ist kein besonders häufiges Fast-Food-Restaurant, auf das man im jeder Metro-Station hingewiesen wird.
Was ich immer noch nicht verstehe:
  1. Warum springen nach dem Landen fast alle Passagiere auf, um dann minutenlang dichtgedrängt im Gang des Flugzeuges zu warten, bis endlich die Türen geöffnet werden. Selbst wenn man als erster aus dem Flugzeug draußen ist (Hurra! Erster!), gibt es einen Preis dafür, wenn man als erster am Kofferband steht und auf sein Gepäck wartet?
  2. Warum springen sofort beim Boarden alle Leute auf, als ob im Flugzeug die Sitzplätze der Reihe nach vergeben werden würden und das Konzept von Platzkarten noch nicht erfunden worden wäre?
  3. Wie schafft man es, innerhalb eines Tages, in den Louvre hineinzukommen und dann auch noch Zeit zu haben, sich die Exponate anzusehen?

Dienstag, 29. Dezember 2009

Paris - Teil 3

Ich kann mich noch erinnern, dass ich am Anfang von dem Mini-Urlaub zur besten Ehefrau von allen gemeint habe, dass ich keine Erwartungen an Paris habe, mich aber sakrisch auf Disneyland freuen würde.
Ich sag nur: So kann man sich täuschen! Die ersten zwei Tage unseres Urlaubs waren zwar anstrengend aber auch äußerst interessant und schön. Eigentlich wollten wir heute, am dritten Tag unseres Besuchs, bereits um 07:30 aufstehen, damit wir auch nach einem ausgiebigen Frühstück noch genug Zeit hätten, uns alle Attraktionen im Disney-Ressort anzusehen. Nach dem ersten Blick aus dem Fenster mussten wir aber feststellen, dass der Regen, den wir eigentlich schon seit Sonntag haben sollten, uns heute dann doch eingeholt hat, also wird noch ein wenig weitergemützelt. Um 9 quälen wir uns dann aber doch aus dem Bett (warum ist es im Winter in Paris nur so lange finster), absolvieren rasch unser Frühstück (naja, rasch ist jetzt relativ) und werfen uns dann in den Zug nach Marne la Vallée, der uns auf 100 m ans Wunderland heranbringen soll. Tut er erwartungsgemäß auch. Was dann allerdings alle Erwartungen sprengt, ist die Menschenmenge, die sich trotz des recht munteren Regens vor dem Eingang versammelt hat. Haben die alle kein zu Hause? Was wollen denn die alle da? Nach einer erstaunlicherweise recht überschaubaren Wartezeit sind wir dann doch im Park drin und nehmen zielstrebig Kurs auf eines der Highlights, den "Space Mountain". Eine Achterbahn, bei der man in fast vollkommener Finsternis Schleifen, Loppings und Schrauben dreht...einfach spitze. Wer Disneyland nicht kennt: Es gibt die Möglichkeit, sich einfach bei den diversen Attraktionen anzustellen (Wartezeit bei Space Mountain 120 Minuten) oder einen sogenannten Fastpass zu lösen, das ist ein Gratis-Ticket, bei dem die Zeit, in der man die jeweilige Attraktion besuchen kann, genau limitiert  ist, in unserem Fall auf 13:25 bis 13:55. Der Nachteil am Fastpass ist der, dass man immer nur einen gleichzeitig lösen kann...
In der Zwischenzeit vertreiben wir uns die Zeit damit, 75 Minuten auf den Einlass in Thunder Mountain zu warten (auch eine Achterbahn) und 1 Minute damit, diese Bahn zu fahren...irgendwie stimmt das Verhältnis nicht so recht...
Es geht sich dann aber nach der Fahrt schön aus, dass wir zu Space Mountain zurückkehren, wobei wir nach den vielen Loopings, Schleifen und Schrauben erleichtert feststellen, dass es gut ist, dass wir noch keine Zeit hatten, ein Mittagessen zu uns zu nehmen...in der Bahn geht's nämlich ganz schön rund...
Danach brauchen wir aber unbedingt was zu beißen und so fallen wir bei einem der unzähligen Restaurationsbetriebe ein. Nach einem kulinarisch alles andere als befriedigenden Mittagessen (labbriges, mit Käse überbackenes Weißbrot mit Schinken, eine kleine Tüte Chips (!) und einem Stück Brioche in Form von einem Ohr von Mickey) versuchen wir, noch einen Fastpass für eine weitere Achterbahn zu lösen, leider wird uns von der netten französischen Mademoiselle mitgeteilt, dass dieses System ausgefallen ist, wir uns also überall ganz normal anstellen müssen...na wunderbar...
Wir geben klein bei (mit meinen Französischkenntnissen kann ich ohnehin nur "Oui" sagen und meine Frau will offenbar nicht mehr streiten) und stellen uns bei "Armageddon" an, bei dem es sich um irgendeine Attraktion mit vielen Spezialeffekten handeln soll. Wäre zwar nicht unsere erste Wahl gewesen, aber die angekündigte Wartezeit von nur 30 Minuten klingt einfach zu verführerisch. Das hätte uns zu denken geben sollen. Nicht ohne Grund waren dort nur so "wenige" Leute in der Warteschlange. Diese Show ähnlich labbrig, wie das zuvor verspeiste Weißbrot und die Special-Effects beschränken sich im Endeffekt auf einen bestürzt dreinblickenden Disney-Mitarbeiter, der offenbar versucht, mit seinem Minenspiel eine gewisse Panik-Stimmung aufkommen zu lassen (hat nicht geklappt) und zwei oder drei Feuerstößen aus einer Gasflamme. Wer schon mal versucht  hat, einen bockigen Griller mit Spiritus zur Zusammenarbeit zu bewegen, hat allerdings pyrotechnisch schon wesentlich mehr erlebt.
Nach fünf Minuten ist der Spuk auch schon wieder vorbei und alles drängt ins Freie, wo es inzwischen zumindest aufgehört hat, zu regnen. Man freut sich ja über Kleinigkeiten.
Meine Füße fühlen sich an, als ob jemand meine Schuhe unbemerkt mit Blei ausgegossen hätte, wir schleppen uns aber trotzdem mühsam nochmal zu Thunder Mountain zurück, in der Hoffnung, dass die Wartezeit sich in der Zwischenzeit irgendwo unter einer Stunde eingependelt hat. Unsere Hoffnung wird postwendend enttäuscht. Wenn wir wollten, könnten wir 95 Minuten in einer Schlange stehen, um dann knapp eine Minute lang die Fahrt zu genießen. Wir entscheiden uns kollektiv dagegen und treten die Heimreise an, alle miteinander sichtlich von einem Tag des Anstellens gezeichnet und froh, nach nur 20 Minuten des Suchens den richtigen Zug nach Paris zu gefunden zu haben.
"Daheim" angekommen schwächeln meine Frau und meine Tochter ein wenig und mein Junior und ich sind gezwungen, alleine in eine Pizzeria einzufallen...na wenigstens der Tagesausklang ist noch schön geworden...

Montag, 28. Dezember 2009

Paris - Teil 2

Na sowas. Kaum 12 Stunden geschlafen und schon fühle ich mich wie neu geboren. Da sieht man wieder mal, dass der alte Spruch meiner Oma, dass der beste Schlaf der vor Mitternacht ist, absolut korrekt ist. Schlaf vor Mitternacht hatte ich gestern jede Menge. So viel wie schon lange nicht mehr. Wer meine Frau kennt, der weiß aber auch, dass ich den dringend nötig hatte. Wenn wir in irgendeiner Stadt unterwegs sind, dann wird eigentlich jede Strecke zu Fuß absolviert. Ausweichen auf die U-Bahn oder ähnliche Beförderungsmittel nur im absoluten Notfall. Ok, in Paris kann man nicht alles per Pedes erledigen, da käme man über einen Bezirk nicht hinaus, die Stadt ist echt riesig, wir haben deshalb auch einige Strecken mit der Metro zurückgelegt. Wer die Seine-Metropole kennt, weiß genau, wovon ich spreche. So viele Stiegen habe ich auch noch selten erklommen, irgendwie haben sich die Pariser Verkehrsbetriebe gegen mich verschworen und nahezu alle Rolltreppen deaktiviert...aber was soll's...Bewegung soll ja so gesund sein...
Erster Fixpunkt des Tages ist das Frühstück. Ich weiß ja nicht, ob es anderen auch so geht, ich bin eigentlich normalerweise beim Frühstück kein wirklich großer Esser, aber sobald ich irgendwo in einem Hotel bin, spüre ich den unbezähmbaren Drang, das Frühstücksbuffet von vorne bis hinten vollkommen abzugrasen. Ich werde richtig unrund, wenn ich einen Teil übersehe und so arbeite ich mich konsequent von den gegrillten Würstchen, dem knusprigen Speck und den Rühreiern über Schinken und Käse, Croissants und Kuchen zu Müsli und Obst durch, um mir dann am Ende selbst die Frage zu stellen, ob das alles nicht eventuell ein wenig zu viel gewesen ist...vielleicht hätte ich die Tomatenscheiben weglassen sollen...oder die Essiggurken. Dabei fällt mir gerade ein, dass mir heute die Pancakes entgangen sind...naja, morgen ist ja auch noch ein Tag...
Als erstes Ziel außerhalb des Hotels steuern wir dann den Eiffelturm an und schon aus der Ferne erkennt man, wie gewaltig dieses Bauwerk ist. Die Franzosen scheinen eine Faible für Monumentalbauten zu haben (wer einmal in Versailles war, weiß wovon ich spreche), je näher wir kommen, desto gewaltiger scheint der Turm sich über uns aufzubauen. Als wir dann in der Schlange angestellt sind (doch doch, wir haben die Tickets schon über das Internet gekauft, deshalb stehen wir auch nur 30 Minuten an und nicht 3 Stunden) kann man den Blick eigentlich nicht mehr vom Pariser Wahrzeichen nehmen...ist schon sehr toll...
Endlich in der Gondel nach oben ist nach knapp einer Minute schon alles wieder vorbei, wir müssen in einen anderen Lift umsteigen, der erste fährt nur bis zur ersten Ebene, erst der zweite Lift führt dann bis an die Spitze. Doch zuvor müssen wir uns erst mal wieder anstellen, das Ticket bis ganz nach oben haben offenbar doch auch einige andere Urlauber erstanden...
Die Aussicht von ganz oben ist echt beeindruckend. Wenn ich wüsste, was ich da alles sehe, wäre es vermutlich noch viel toller...

Um mit dem List nach unten zu gelangen, müssen wir uns mal wieder - richtig geraten - anstellen. Die letzten paar Stockwerke von der unteren Plattform auf den Boden fahren wir nicht mit dem Aufzug, sondern nehmen statt dessen die Treppen. Nach unten ja auch kein Problem, einige Besucher gehen aber sogar den umgekehrten Weg und kämpfen sich nach oben, wobei wir bemerken, dass in den oberen Stockwerken wesentlich weniger Gespräche zwischen den Leuten stattfinden als unten...
Nachdem wir alle wieder festen Boden unter den Füßen haben, steuern wir unseren zweiten Fixpunkt an: Das Hard-Rock-Cafe, in dem wir dann auch gleich unser Mittagessen einnehmen (anstellen macht hungrig).
Nach dem rituellen Einkauf im HRC-Store nehmen wir Kurs auf die Kirche Sacré-Cœur im Stadtteil Monmartre, von dort oben soll man auch einen wunderbaren Blick über die Stadt haben. Dafür müssen wir allerdings geschätzte 2 Millionen Stufen nach oben steigen...habe ich mich eben über Leute lustig gemacht, die um ihre Atemluft ringen? Ich bereue zutiefst...
Als allerletzte Station für heute gehen wir nochmal zum Eiffelturm zurück, damit wir auch sehen, wie er in der Nacht aussieht und sind schwerstens beeindruckt...er ist wirklich wunderschön...

Was gibt's heute übrigens zum Abendessen...?