Freitag, 12. April 2013

Too Old to Rock 'n' Roll: Too Young to Die!

Ich hab' letztens einen Artikel im Format gelesen, in dem sich Laura Rudas und Sebastian Kurz unter anderem über die Jungwähler unterhalten. Die Altersgruppe zwischen 19 und 26 würde lieber eine Protestpartei wie die von Onkel Frank wählen, als sozialdemokratisch oder bürgerlich.

"Ich mach' das sicher nicht", hab ich mir gedacht, ich wähl' doch keinen Milliardär, der sogar für den Papst-Posten schon fast zu alt ist.

Plötzlich ist aber die bittere Wahrheit wie eine Sturzflut nach dem Bersten eines Staudammes über mich hereingebrochen: Ich bin auch gar nicht gemeint! Ich bin schon lange nicht mehr 26 und somit nicht wirklich das, was man selbst bei liebevollster Auslegung als Jungwähler bezeichnen könnte. 

Eigenartiges Gefühl....

Montag, 4. Februar 2013

Stop That Train

Es gibt einen Grund, warum ein Schlafwagen Schlafwagen heißt und ein Liegewagen Liegewagen. In ersterem kann man schlafen und in letzterem liegen. So einfach ist das.
Vor ungefähr 100 Jahren bin ich schon mal mit zwei Freunden in den Osterferien mit dem Zug nach Griechenland gefahren. Die Reise dauerte rund 43 Stunden in eine Richtung und wie ich das damals in einem Liegewagen durchgehalten habe, ist mir ein Rätsel, ich bilde mir ein, wir hatten sogar Spaß daran und nachdem ich die Übung ein paar Jahre später mit meiner damaligen Freundin und einem zweiten Paar wiederholt habe, kannst nicht so schlimm gewesen sein. Das muss wohl am Alter gelegen haben, heute ginge das gar nicht mehr.
Gestern sind die beste Ehefrau von allen, unsere beiden Spösslinge und ich von Meidling nach Rom gefahren. Im Liegewagen. Wie ich Eingangs schon erwähnt habe, kann man im Liegewagen liegen, wenn man aber wirklich schlafen will, muss man im Schlafwagen reisen.
Gegen meine Oma, die nur 1,49 groß war und meine Mutter, die mit 1,55 auch nicht so wahnsinnig in die Höhe geschossen ist, bin ich mit meinen 1,80 zwar ein richtiger Hühne und um zwei Zentimeter größer als der österreichsche Durchschnitt, aber nun doch wirklich kein Riese. In der Waagrechten ganz ausstrecken geht sich aber definitiv nicht aus.
Den Durchschnittsmann hatte die ÖBB möglicherweise im Sinn, als sie die Abteile geplant haben, da bin ich dann doch wohl ein klein wenig zu lang. Mein Junior hatte mit seinen 1,87 aber definitiv das schlechtere Los gezogen.
Interssant war auch der Kopfpolster...ungefähr die Größe einer Packung Taschentücher...
Dafür bekommt man eine Gratis-Massage, denn auf der Strecke wird man richtig durchgerüttelt. Da weiß man am Morgen ganz genau, wo sich alle 212 Knochen im Körper befinden. Und die Klimaanlage hat zwei Einstellungen: Backofenhitze und Aus. Für's Schlafen wäre dann die zweitere Einstellung die passendere, aber wie gesagt, das kann man eigentlich nur im Schlafwagen.

P.S.: Meine Tochter hat mit ihren knapp 1,70 gut geschlafen...ihr Bruder zieht sie sonst mit ihrer Größe immer auf, die hat aber manchmal auch Vorteile...

Sonntag, 3. Februar 2013

Qualen nach Zahlen

Heute ist der vorerst letzte Tag meiner Diät, mit der ich vor vier Wochen begonnen habe. Hier die Fakten:

  • 28 Tage
  • 19 Packerl Buttermilch (Pur, Heidelbeere, Himbeere)
  • 67 Semmeln/Laugenstangerln/Kornspitz/etc.
  • 55 Becher Nöm Fastenjoghurt (Vanille, Kaffee, Heidelbeere, Erdbeere)
  • 48 Becher Landfrischkäse mit Schnittlauch
  • 4 Packerl Latella
  • 10 mal Sonstiges
  • ca 37.000 kCal (also ungefähr 1320 / Tag)
  • - 6.5 kg

Mal sehen, wie's weitergeht...

P.S.: Der Titel ist ja eigentlich irreführend. Ich war überhaupt nicht gequält. Meine Mitmenschen vielleicht, aber ich sicher nicht.

Freitag, 1. Februar 2013

Thank you for the music...

Angefangen hat alles ganz harmlos. Ich bin bei den Großeltern aufgewachsen und da gab's nichts anderes als Ö2, damals hieß das noch "Österreich Regional", heute ist das Radio Kärnten, Radio Niederösterreich etc.
Musikalisch gesehen war das damals für mich ok, ich hatte keinerlei Ansprüche und nahm alles, wie es kam. Egal, ob Heintje in der Erbschleichersendung "Wunschkonzert" am Samstag nachmittag (oder war die am Sonntag?) sein "Maaaamaaaa" trällerte, Peter Alexander "die kleine Kneipe in unserer Straße" besang oder Marlene Dietrich ihr Lili Marleen dahinschmachtete. Wenn ich mal zufälligerweise eines der Lieder höre, bin ich immer wieder erstaunt, wie oft ich noch mitsingen könnte und ich muss verdammt aufpassen, dass ich es nicht tu...
Literarische Perlen wie "Was macht der Mayer auf dem Himalaya?", "Wer hat den Käse zum Bahnhof gerollt?" und "Ich wollt' ich wär' ein Huhn!" haben sich in mein Gedächtnis gebrannt wie das Licht beim Elektroschweißen in die Netzhaut.
Mit ungefähr 12 kam dann die erste Erleuchtung. Ich bekam ein UKW-Radio geschenkt (ein Philips in Knallorange und mit verchromten Knöpfen) und damit stand mir die weite Welt der Musik offen. Diese bestand in erster Linie aus Ö3, was anderes gab's damals zu Beginn der Siebziger nicht, zumindest nicht in Klagenfurt und wenn man von einigen italienischen und slowenischen Sendern absieht.
Hier ein kleiner Auszug von dem, was damals so en Vogue war:


  • Carl Douglas - Kung Fu Fighting
  • Terry Jacks - Seasons In The Sun
  • The Rubettes - Sugar Baby Love
  • Ike & Tina Turner - Nutbush City Limits
  • Gunter Gabriel - Hey Boß, ich brauch' mehr Geld
  • Waterloo & Robinson - Hollywood

Wer ungefähr in meinem Alter ist, kennt die alle noch...für alle anderen gibt's YouTube.
Irgendwann 1978 hab' ich dann von einem Freund einen Plattenspieler geschenkt bekommen (Lenco L70 mit einem Holzgehäuse), allerdings ohne eine einzige Platte zu besitzen. Das änderte sich kurze Zeit später, als ein anderer Freund offenbar Geld brauchte und mir ein paar LPs für umgerechnet knapp 1,50 € pro Stück verkaufte (Danke Bernd!). Eine davon hat dann mein musikalisches Leben grundlegend geändert...es handelte sich um "Tubular Bells" von Mike Oldfield.
Nach den ersten Takten war meine Frage an ihn: "Hängt die Platte?", er hat aber gemeint, ich solle der Scheibe eine Chance geben und abwarten, diesen Rat hab' ich Gottseidank befolgt...
An dem Abend hab' ich die LP dann insgesamt 12 oder 13 mal angehört und die Faszination für diese Art von Musik hat mich bis heute nicht mehr losgelassen. Es muss nicht mehr unbedingt Oldfield sein (der hat leider in den letzten Jahren nicht mehr wirklich viel auf den Markt gebracht, was mich begeistert) ich bin aber für lange Nummern mit vielen Rhythmen- und Tonartwechseln jederzeit gerne zu haben.
YES, ELP, Genesis, Pink Floyd, King Crimson, Porcupine Tree, Pain Of Salvation, Magenta, Spock's Beard, Marillion, I.Q., Flower Kings, Magic Pie und viele mehr machen genau die Musik, die ich mag und das ist sicher der Grund, warum ich mit dem Zeugs, das heute in den Hitparaden ist, nichts anfangen kann.

P.S.: Meine allererste CD war übrigens "Eye in the Sky" von Alan Parsons Project und die habe ich ebenfalls von Bernd zum Geburtstag geschenkt bekommen... :)

Montag, 21. Januar 2013

Carry That Weight

In einer Art prophetischen Eingebung sangen vier Herren aus Liverpool 1969:

"Boy, you're gonna carry that weight
Carry that weight a long time"


Ich weiß ja nicht, ob sie mich gemeint haben...naja, vermutlich eher nicht, weil zu der Zeit, wo die Single herausgekommen ist, bin ich gerade mal 7 gewesen und mit Hr. Lennon und Hr. McCartney noch nicht so gut bekannt. Ich kenne sie ja in der Zwischenzeit viel besser, in der anderen Richtung hat sich nicht massiv viel verändert...
Wie dem auch sei. Recht hatten sie auf jeden Fall.

Ende letzten Jahres konnte ich meinen Vorjahresrekord noch mal überbieten und so fasste ich dann den Entschluss, dass es so nicht weitergehen könne. Ich möchte betonen, dass es kein Neujahrsvorsatz war, denn erfahrungsgemäß hält ein solcher ungefähr so lange wie es dauert, ein mittleres Frühstück zu verdauen.
Ich kann ja leider normalerweise an keinem Keks-Teller vorbeigehen, ohne hinzugreifen (eigentlich an keinem Teller) aber diese Weihnachten habe ich offenbar wirklich übertrieben. Gleich, nachdem ich alle Vanillekipferl und Mürbteigkekse der besten Ehefrau von allen weggeputzt hatte, konnte ich keine Bäckereien mehr sehen. Also figurativ gemeint, nicht wörtlich, denn sehen konnte ich sie ja wirklich nicht mehr, weil ich schon alle weggegessen hatte...
Gleich nach den Ferien habe ich dann angefangen, mich ausschließlich von Landfrischkäse, Joghurt, Buttermilch und Semmeln zu ernähren. Ist also sowas wie eine F.X.Mayr-Kur, außer dass ich mich nicht auf lauwarme Milch beschränke, sondern auf andere verwandte Produkte, die ich gerne mag. Und die Semmeln sind zwar altbacken, ich schneide sie aber in hauchdünne Scheiben und backe sie im Ofen zu knusprigen Brot-Chips. Und ich trinke kein Bittersalz sondern Tee.
Noch geht's mir gut und inzwischen habe ich das selbe Gewicht wie vor der letzten Diät. Ich hab' also noch einiges vor mir. Wieder so was doppeldeutiges, ich meine nämlich nicht den Medizinball, denn ich immer mit mir herumschleppe...

Samstag, 12. Januar 2013

Mission Impossible

Nicht dass ich meine, dass Ethan Hunt ein Weichei ist...immerhin steigt er im "Burj Al Arab" in schwindelerregender Höhe aus dem Fenster - wobei schwindelerregend ein eher subjektiver Begriff ist, weil ich für mich alles, was höher als ein Fenster im ersten Stock ist, schon in diese Kategorie fällt - um ein paar Stockwerke darüber in einen schwer bewachten Serverraum zu gelangen, aber ich hätte eine Mission für ihn, an der würde sich der Superspezialagent mit Sicherheit die Zähne ausbeißen.

Ihre Mission, Agent Hunt – sollten Sie sie annehmen – lautet: Öffnen Sie ohne technische Hilfsmittel eine Blisterverpackung, in der eine Schere eingeschweißt ist, welche die letzte Schere, die Sie in Ihrem Haus hatten, über deren Verbleib aber keine Aufzeichnungen existieren (vermutlich hat eines der Kinder sie in irgendeiner Lade verräumt), ersetzen soll. 
Sollten Sie oder einer Ihrer Mitarbeiter während des Auftrages gefasst oder getötet werden, müssen wir leugnen, Sie zu kennen. 
Diese Nachricht wird sich wie üblich in 5 Sekunden vollständig vernichten...

Montag, 31. Dezember 2012

Hit(?)-Parade

Jedes Jahr um diese Zeit werden in allen verschiedenen Medien jede Menge Top-10 oder Top-25 Listen veröffentlicht. Beste Filme, beste Songs, beste Live-Performance, schlechtest gekleidete Prominente, furchtbarste Katastrophen, witzigster Versprecher...worum es dabei geht, ist ja eigentlich vollkommen irrelevant, Hauptsache, es wird vom letzten Platz runtergezählt und man landet zum Schluss beim absoluten Überflieger, im positiven oder negativen Sinn.
Aus diesem Grund habe ich auch eine Top-10 Liste der furchtbarsten Songs, die 2012 in der österreichischen Hitparade waren, erstellt.
Die Reihung ist natürlich vollkommen subjektiv und möglicherweise nicht für jeden nachvollziehbar, ich werde aber versuchen, meine Beweggründe für die Bewertung zu erläutern.


Platz 10: Tim Bendzko, Wenn Worte meine Sprache wären

Ist das nicht der Typ, der nur mal schnell die Welt retten wollte? Genau, der ist das...
Wenn man das Lied so als Hintergrundgeplätscher hört, dann fällt es einem ja zuerst nicht auf, wenn man aber genauer aufpasst, dann merkt man, dass der Typ echt ein Rad ab hat. Ich kann mich noch gut erinnern, wie das im Radio andauern auf und ab gespielt wurde und wie ich mehr als einmal bei den unsterblichen Zeilen
Mir fehlen die Worte ich 
hab die Worte nicht 
dir zu sagen was ich fühl' 
ich bin ohne Worte ich 
finde die Worte nicht 
ich hab keine Worte für dich 
Mir fehlen die Worte ich 
hab die Worte nicht 
dir zu sagen was ich fühl' 
ich bin ohne Worte ich 
finde die Worte nicht 
ich hab keine Worte für dich
"Dann halt doch einfach die Klappe! Du Arsch!" gedacht oder eventuell auch gesagt habe. Warum ich mir den Mist überhaupt anhöre? Ganz einfach: Bei einem meiner Kunden läuft Krone Hit im Dauerbetrieb und da kann ich leider nichts dagegen tun, wenn ich dort bin...


Platz 9: Taoi Cruz ft. Flo Rida, Hangover

Um es mal mit den unsterblichen Worten von Martin Riggs aus Lethal Weapon zu sagen: I'm too old for this shit!
Meine Abneigung gegen diesen Song rührt möglicherweise daher, dass mir Textzeilen wie

So I can go until I blow up, eh
And I can drink until I throw up, eh

nichts anfangen kann, weil das "Trinken bis zum Kotzen" eher nicht erstrebenswert für mich erscheint.


Platz 8: Chris Brown, Don't wake me up

Wenn in einem Song mit immerhin 39 Zeilen Text nur 14 davon nicht aus "don't wake me up" bestehen, dann ist der Schreiber mit Sicherheit kein Anwärter für den Literaturnobelpreis. Wenn man dem Herrn Brown dann auch noch das Autotune wegnehmen würde, dann wäre es überhaupt ganz aus. Das gilt aber vermutlich für nahezu alle sogenannten "Sänger", die man so in der Hitparade hört.


Platz 7: Black Eyed Peas, Boom Boom Pow

Die Black Eyed Peas haben bei mir einen besonderen Platz, die sind ein Paradebeispiel für eine Konservenband. Eine ethnische Mischung, in der für jeden was dabei ist, einfallslose repetitive Musik, bei der man merkt, dass ohne das elektronische Aufpeppen der Stimmen nichts übrigbliebe. Die Black Eyed Peas unplugged?  Ist mit Sicherheit eine stille Angelegenheit.


Platz 6: Flo Rida,  Whistle

Wieder so ein Lied, wie es sie zu Hunderten gibt....ohne großen Wiedererkennungswert...und wie subtil er mit den Worten spielt...
"Can you blow my whistle, baby?" 


Platz 5: Taoi Cruz,  There She Goes

Herr Cruz ist ein echter Künstler. Wie der mit den Worten spielt ist echt ein Genuss...besonders die Textzeile "There She Goes Looking Like A Star
With Her Body Shaped Like A Rock Guitar"
hat es mir angetan. Ich nenne einige Gitarren mein Eigen und würde bei keiner auf die Idee kommen, einer Frau die selbe Figur zu wünschen...ist aber eventuell nur eine Geschmackssache...


Platz 4: Michel Teló,  Ai Se Eu Te Pego

Mannomann...das ist einer der Songs, die mich in dem Jahr am meisten Nerven gekostet haben...wer ihn am Titel nicht erkennt, hier ein kleiner Hinweis:


Platz 3: Asaf Avidan, One Day / Reckoning Song (Wankelmut Remix)

Wer gedacht hat, dass "Wake me up" literarisch nicht zu toppen ist, der hat sich gewaltig geirrt. Der israelische Künstler hat es geschafft, das Konzept Intro - Strophe - Refrain - Strophe - Refrain - Zwischenteil - Refrain - Ende komplett über den Haufen zu werfen und punktet mit "Refrain - Refrain - Strophe 1 - Strophe 1 - Strophe 1 - Strophe 1 - Refrain - Refrain - Refrain - Refrain - Refrain - Refrain - Refrain - Refrain - Refrain - Refrain - Refrain - Refrain - Refrain - Refrain - Refrain - Refrain


Platz 2: Black Eyes Peas, Don't Stop The Party

Wie gerne ich die Black Eyed Peas habe, merkt man schon daran, dass sie gleich zweimal in meiner Liste vertreten sind...einfach ätzend.


Platz 1: Tacabro, Tacatà

Ja genau! Tacatà von Tacabro. Das ist wahre Kunst. Ich wage zu behaupten (und hoffe das auch inständig), dass man von dem italienischen Duo in einem Jahr nichts mehr hört. Auch wenn ich mich jetzt anhöre wie mein eigener Großvater: Das ist keine Musik. Wenn man aus dem Text jede Zeile entfernt, in der "Tacata" vorkommt, bleibt nichts übrig. Gar nichts.

 Im Nachhinein betrachtet ist diese Reihung ohnehin vollkommen willkürlich, weil ich jedem einzelnen der sogenannten "Künstler" die Nummer 1 vergönnt hätte, das Zeug dazu haben sie alle. Im Großen und Ganzen kann man aber erkennen, dass ich mit der sogenannten Dancefloor-Musik nichts anfangen kann. Konservenmusik produziert für die breite Masse, gefällt aber offenbar, sonst würden diese Machwerke ja nie in die Hitparade kommen. Nicht dass ich eine Lanze für die Kastelruther Spatzen brechen möchte, diese Art von Musik ist mir genauso zuwider wie die oben aufgelisteten, aber bei denen hat es einen Riesen-Skandal gegeben, weil sie ihre Instrumente nur auf den ersten fünf der insgesamt über dreißig Alben selbst gespielt haben. Würde man Flo Rida, Black Eyes Peas, Chris Brown und Konsorten die Wunderwerkzeuge wegnehmen, die modernen Tonstudios zur Verfügung stehen, bliebe aber ebenfalls nichts übrig...wär' auch nicht schade...

Nur damit nicht die Frage kommt, was ich denn eigentlich so höre: Ich hab' für 2013 Karten für die folgenden Events, das erklärt dann vermutlich einiges:

  • Watzmann (nicht aus musikalischer Sicht ein Hit, aber einfach Kult seit 40 Jahren)
  • Alan Parsons
  • Steven Wilson
  • Mark Knopfler
  • P!NK
  • Green Day
  • Nova Rock
  • The Wall
  • Peter Gabriel


Montag, 24. Dezember 2012

Alle Jahre wieder

Seit einigen Jahren ist es bei uns Brauch, dass meine Frau und ich am Weihnachtstag am Vormittag unsere ehemaligen Nachbarn besuchen, um Ihnen eine Flasche Wein zu bringen. Die Marke und der Jahrgang ändern sich, unsere Besuchszeiten nicht. Am 24.12. gegen halb Zehn sind wir bei der einen Nachbarin, diese verlassen wir mir einer Tasse selbst gebackener Kekse 15 Minuten später und gehen zur anderen, bei der es dann eher etwas länger dauert und wo wir auf dem Rückweg schweigend im Auto sitzen, um die Informationsflut, die über uns hereingebrochen ist, zu verarbeiten.
Die Menge an Daten, mit der wir da überhäuft werden, ist sensationell. Ausgehend von einem Satz zweigt sie mitten drin ab zu einem vollkommenen anderen Thema, überhäuft uns mit Informationen zu Personen, von denen wir noch nie im Leben was gehört haben, driftet weiter zu immer mehr Details, um sich dann schön langsam wieder zurück zum Ausgangsthema zurückzukehren. Sie schafft es mit schöner Regelmäßigkeit, sich eine volle Stunde oder mehr mit uns zu unterhalten, ohne dass wir allzu viel zum Gespräch beitragen müssten. Von Zeit zu Zeit nicken und ab und zu ein erstauntes "Aha" einstreuen...mehr ist nicht notwendig, um die Kommunikation in Gang zu halten.

Erörtert werden dabei die folgenden Themen:

  • Kindererziehung (diverse Enkelkinder)
  • Krankheiten (Kur- und Krankenhausaufenthalte, Arztbesuche, Medikamentenunverträglichkeiten)
  • Politik
  • Nachbarschaftliches (wer mit wem und warum)
  • Religion (Zölibat, Veruntreuung von Spendengeldern, Marien-Erscheinungen, etc.)
  • Sonstiges
Immer wieder sehr erheiternd ist der Umstand, dass sie am Nachmittag einen Nuss-Strudel backen wolle und dass wir, wären wir später gekommen, ein Stück davon bekommen hätten. Sind wir aber nicht. Wir kommen immer am Vormittag. Seit ungefähr 10 Jahren. Naja, was soll's...wir haben schließlich noch unsere Kekse...

Montag, 27. August 2012

Urlaub 2012 - This is the end, my friend.

Wie man dem allseits beliebten und bekannten Schlager "Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei!" entnehmen kann, hat alles ein Ende...nur die Wurst eben nicht...die hat zwei...verstanden? Die Wurst hat zwei Enden...ok, ist auch nicht so wichtig...
Kaum ziehen drei Wochen ins Land, ist unser Urlaub auch schon wieder aus. Die Zeit ist offenbar wirklich eine höchst relative Angelegenheit, wie schon Albert Einstein feststellte. Er hatte dabei zwar ganz was anderes im Sinn, aber der Grundgedanke ist der gleiche: Es hängt vom Bezugssystem ab, in dem man sich befindet, wie schnell sie vergeht. In einem langweiligen Meeting, beim Zahnarzt, bei der Rede des Bürgermeisters zur Einweihung des neuen Springbrunnens oder wenn man wartet, dass das Buffet endlich eröffnet wird, tropfen die Sekunden zermürbend langsam dahin. Wenn man im Urlaub ist und sich gerade so richtig wohlfühlt, dann scheint es, als ob jemand die Schleusen voll geöffnet hätte.
Nach Orlando, Santa Barbara und San Diego waren wir am vorletzten Tag unserer Reise in L.A. angekommen. Wir mieteten uns wieder im Hotel Travelodge beim Autovermieter um's Eck ein (Ich schwör's: Das war das letzte Mal!), gaben unseren Kindern Geld, damit sie sich was zu Essen kaufen konnten (Zu unserer Ehrenrettung muss ich aber erwähnen, dass wir sie gefragt hatten, ob sie mitkommen wollen oder nicht, sie hatten aber dankend abgelehnt) und machten uns auf den Weg, um einen Freund aus Österreich zu besuchen, der in L.A. eine Zweigstelle seiner Firma hat, um mit ihm zu Abend zu essen.
Wenn nochmal jemand über die Süd-Ost-Tangente lästert, kann ich nur milde lächeln. Wer schon mal versucht hat, zur Stoßzeit über den Highway 405 durch Los Angeles zu fahren, der weiß, wovon ich spreche: Sieben Spuren in jede Richtung...blöderweise waren von denen, die in die Richtung führten, in die wir wollten, drei wegen einer ewig langen Baustelle gesperrt und nach einem Unfall die restlichen vier auch noch. Soweit das Auge reichte, sah man eine einzige riesige Blechschlange, die sich in der Geschwindigkeit von Kontinentaldrift vorwärts bewegte. Die Nadel am Tachometer des Mietwagens fand es gar nicht der Mühe wert, sich über den Anschlag auf der linken Seite hinauszubewegen...nicht langsam fahren, sondern schnell stehen, lautet die Devise...
Wie schafften es nach einer Stunde, in der uns jede Oma mit ihrem Rollator überholen hätte können, von der Autobahn runter zu kommen und schlugen uns wie ein Hase im Zick-Zack quer durch Beverly Hills durch. Bei unserer Abfahrt zeigte die Anzeige noch Treibstoff für 96 Kilometer, als wir an den wunderschönen Villen der Reichen und Mächtigen vorbeifuhren, waren davon noch 35 übrig, obwohl wir gerade mal 5 Kilometer gefahren waren...und weit und breit keine Tankstelle in Sicht, was bei den Grundstückspreisen in Beverly Hills auch kein Wunder ist. Wir waren dann also recht froh, endlich aus den Hügeln draußen zu sein und wieder tanken zu können. Der Gedanke, dass wir ohne Sprit mitten im Millionärs-Ghetto liegen bleiben könnten, machte die beste Ehefrau von allen ein wenig unrund. Beim Auftanken haben wir dann auch noch David Beckham gesehen, der seinen BMW an der Nachbarsäule befüllte...er hatte sich zwar ein wenig mit Pudelmütze, Sonnenbrille und Bart getarnt, aber dem wachsamen Auge meiner Frau entging er natürlich trotzdem nicht....
Nach einer kurzen Führung durch seine Firma folgtem wir unserem Freund nach Burbank (wenn da 65 Meilen/Stunde steht, dann ist das offenbar nur als Richtwert zu verstehen, ich kam ihm mit 80 gerade noch nach), wo er einen Tisch auf der Terrasse des Restaurants "The Castaway" reserviert hatte. Das Essen, die Getränke und der Service waren zwar spitzenmäßig, in Wirklichkeit wären wir dort oben aber auch mit einem Paar Frankfurter und einem Bier aus dem Becher zufrieden gewesen. Ganz L.A. ist uns zu Füßen gelegen (leider nicht im übertragenen Sinn, sondern wortwörtlich), die Aussicht auf die nächtliche Stadt ist einfach atemberaubend...dazu die warme Sommerluft...ein gelungener Abschluss unseres Urlaubes.
Am nächsten Tag (Habe ich schon erwähnt, dass ich nie wieder im Hotel Travelodge beim Autovermieter um's Eck übernachte?) brachten wir nach einem hastigen Frühstück unseren Mietwagen zurück, fuhren mit dem Zubringerbus zum Flughafen, gaben unsere Koffer ab und warteten auf's Boarding.
Zuerst ging's mit der Air Canada nach Toronto und von dort mit der Austrian nach Wien. Ziemlicher Kulturschock, muss ich sagen: Im ersten Flieger gab's an jedem Platz ein Entertainment-System vom Feinsten mit den allerneuesten Filmen (z.B. "What to Expect When You're Expecting", der läuft bei uns gerade im Kino an), Musik, Fernsehserien, Spielen etc. Die Maschine der AUA hingegen verströmte mehr als einen Hauch Nostalgie mit ihren jeweils fünf Röhrenmonitoren, die im rechten und linken Gang aufgehängt waren. Der links vor mir hatte so wenig Farbe, dass ich zuerst fälschlicherweise angenommen hatte, dass es sich um einen Schwarzweiß-Film handelte, und flackerte, dass er bei anfälligen Personen einen epileptischen Anfall auslösen hätte können und der in der ersten Reihe laborierte an einem massiven Synchronisationsproblem. Wer aus meiner Generation ist, der weiß noch, wie sich das auswirkt...das Bild "läuft". Filme auswählen? Fehlanzeige. Drei Filme. Nacheinander. Punkt.
Nach dem Abendessen und dem Einwurf von zwei Advil PM, schlummerte ich dann mehr oder weniger friedlich bis knapp vor der Landung in Wien...der Ausfall des Frühstücks störte uns aber nicht sonderlich, weil wir um elf ohnehin bei Freunden zum Brunch eingeladen waren...man kann ja einen Urlaub nicht so einfach beenden...das wäre sowas wie ein kalter Entzug...oder?

Montag, 20. August 2012

Urlaub 2012 - Atheisten, Tiere, Attraktionen

Montag Morgen packten wir nach dem letzten Frühstück in unserem Appartement die Koffer und machten uns schweren Herzens auf den Weg nach San Diego. Die Schätzungen für die Reisedauer schwankten je nach Quelle zwischen dreieinhalb und sechs Stunden, wir dürften aber eine besonders gute Zeit erwischt haben, denn wir waren nur knapp drei Stunden 15 Minuten unterwegs und das, obwohl wir uns immer ganz genau an die Höchstgeschwindigkeit hielten. Das Ramada Inn, unsere Bleibe für die folgenden drei Nächte, ist ein Hotel, das schon seit 1960 existiert, allerdings erinnert nur die Architektur und allgemeine Gestaltung an damals, die Zimmer sind modern und tadellos eingerichtet.

Am ersten Tag lümmelten wir eine Zeit lang am Pool herum und machten uns dann am Abend auf den Weg ins historische Viertel von San Diego, dem "Gaslamp Quarter", einer Einkaufsstraße mit hunderten Geschäften und Lokalen. Da wir schon ziemlich hungrig waren und unsere Kinder ein gesteigertes Interesse an Pizza bekundet hatten, fielen wir gleich in die erste Pizzeria ein, die uns auf unserem Weg in die Quere kam...großer Fehler. Nicht dass die Pizzen schlecht waren, aber die Größe der Portionen und der dafür verlangte Preis standen in einem reziproken Verhältnis zueinander.
Durch Einnahme einer mehr als reichlichen Eistüte bei Ghirardelli war ich dann allerdings wieder mit der Welt versöhnt.
Nach einem kleinen Einkaufsbummel, bei dem ich speziell von "Urban Outfitters" begeistert war, weil die einen vollkommen verrückten Mix an Waren anbieten, und einem Besuch in der "Chuck Jones-Gallerie" (einer DER großen Comic-Zeichner Hollywods) traten wir die Reise ins Hotel an.

Am Dienstag stand dann ein Besuch von Seaworld am Programm, wobei wir eigentlich vor hatten, bis zum Abend dort zu bleiben, um die Nacht-Show mit abschließendem Feuerwerk zu sehen. Bereits um vier machten wir uns aber wieder auf den Weg ins Hotel, weil die Temperatur einfach unerträglich und die Orca-Show ohnehin nicht mehr so spektakulär war, wie seinerzeit in Seaworld/Orlando. Durch einige Zwischenfälle mit den Tieren, bei denen sogar eine Trainerin getötet wurde, sah sich das Management gezwungen, die Show dahingehend abzuändern, dass die Trainer jetzt nur noch am Beckenrand herumhampeln. Wir lümmelten dann doch lieber am Hotelpool herum...
Am Mittwoch machten wir mit der "Lord Hornblower" eine Hafentour, bei der man jede Menge Kriegsschiffe sehen konnte, die gerade "in der Werkstatt" waren und gewartet wurden. Danach machten wir noch einen Besuch auf dem schwimmenden Museum "USS Midway"...sehr beeindruckend, auch wenn mich diese Zurschaustellung von zerstörerischem Potential eigentlich abschreckt, aus einer technischen bzw. historischen Sicht aber trotzdem sehr interessant. Danach statteten wir Amerika's ältestem, ganz aus Holz gebauten, "Hotel del Coronado" einen Besuch ab, schlürften an der Strandbar Cocktails aus Plastikbechern und fuhren im Anschluss daran in unser Quartier zurück.
Das an das Hotel angeschlossene Restaurant "Proud Mary's" ist bekannt für seine kreolische Küche und wir wollten uns von den Rezensionen, die man online finden kann, selbst überzeugen. Ich kann nur sagen: Ein voller Erfolg: Als Vorspeise nahmen wir uns "Fried Pickles". Das klingt nicht nur nach frittierten Essiggurken, sondern ist es auch. Und falls jemand mal die Gelegenheit hat, sowas zu essen...unbedingt zuschlagen, schmeckt wirklich gut, auch wenn man sich das nicht vorstellen kann...obwohl, wenn ich hier an der Stelle Homer Simpson zitieren darf: "You fry it - I eat it!"
Als Hauptgang versuchte ich dann ein Jambalaya (Ein Reisgericht mit Zweibel, Staudensellerie, grünem Paprika, einer würzigen Wurst, Hühnerfleisch, Tomaten und Shrimps), auch ein Volltreffer und die beste Ehefrau von allen nahm einen Salat mit Früchten und Steak-Spießchen, ebenfalls sehr schmackhaft.
Als Abschluss dann noch einen "Banana Foster" (Bananen, die in einer Sauce aus Butter, Zucker, Bananenlikör, Zimt und Rum erhitzt und mit Vanilleeis serviert werden)...direkt aus dem Klassiker  "Zuckerkrank in drei einfachen Schritten" aber mörderisch gut...speziell, wenn man auf Zimt abfährt...
Die Kids wollten von solchem Firlefanz natürlich nichts wissen und hatten ihren Hunger schon vorher bei  IN-N-OUT-Burger gestillt. Wer mal die Gelegenheit hat, dort zu essen...unbedingt einplanen! Das einzige Problem dabei ist, dass einem danach die Burger von McDonalds oder Burger King nicht mehr schmecken und IN-N-OUT gibt's nur in Amerika und dort auch nicht überall.
Die Kartoffel werden frisch geschnitten, sobald man sie bestellt und die Burger werden ebenfalls aus frischtem Faschiertem zubereitet...man muss zwar bis zu 15 Minuten warten, bis man seine Bestellung bekommt, dafür ist es aber superlecker. Das ist übrigens auch schon so ziemlich alles, was man bekommt. Hamburger oder Cheeseburger, wahlweise doppelte Portion und mit Zwiebeln, Pommes und aus.
Mir läuft schon wieder das Wasser im Mund zusammen...mal sehen, ob wir es in dem Urlaub noch mal schaffen...