Sonntag, 18. Juli 2010

Splish Splash, I was taking a bath...

Gestern sind die beste Ehefrau von allen (alias "die bessere Hälfte"), Fräulein I., Herr P. und ich von Santa Barbara in Richtung L.A. abgefahren, allerdings noch mit einem zweitägigen Zwischenstop in "Oak View". Es handelt sich dabei um einen Vorort von Ojai (gesprochen Ohai), der ca. 50 km von Santa Barbara in Richtung L.A. liegt und offenbar gerne von Bewohnern der Riesenstadt als Wochenenddomizil besucht wird. Von einer Immobilienkrise ist hier nichts zu bemerken, die günstigsten Anwesen sind nicht unter einer Million Dollar zu haben, das geht aber locker bis sieben oder acht hinauf.
Nach einer Reisezeit von ca. 1 Stunde (ich liebe es, nicht über Highways, sondern durch die Berge zu fahren) erreichten wir unser Hotel, welches mein Liebling online nach den beiden Kriterien
1.) In der Nähe von Lake Casitas und
2.) Eigener Pool vorhanden
ausgesucht hatte.
Wie sehr sich Vorstellung und Wirklichkeit voneinander unterscheiden, lernten wir, als unsere Kinder von der Pool-Erkundungs-Tour zurückkamen. Die beste Ehefrau von allen hatte uns gesagt, dass das Hotel ein Schwimmbecken hätte. Keine Ahnung, was sich unsere Sprösslinge dabei vorstellten, die Beschreibung "wenn wir alle vier drin sitzen, ist der Pool voll und außerdem schwimmen jede Menge Blätter und Insekten drin" ließ in mir ein Bild von einer etwas größeren Badewanne mit braunem, fauligen Wasser aufsteigen. Ganz so schlimm war es dann aber doch nicht.
Ca. 5 mal 3 Meter groß, mit zwar etwas zu warmem, dafür aber vollkommen klaren Wasser (nachdem ich in zwei Minuten mit dem am Pool-Rand aufgehängten Käscher alle Blätter und alle drei Insekten herausgefischt hatte)...mein Junior neigt leider zur Dramatisierung...
Nach ein wenig Plantschen im Wasser (Schwimmbecken ist in der Tat übertrieben) und einem kleinen Nickerchen auf einer der beiden Liegen, gingen wir am Abend in ein vegetarisches Vollwert-Restaurant. Kaum zu glauben, dass es sowas im Land der Kentucky-Fried-Burger-Pizza-Chicken-Taco-Hut-Ketten tatsächlich gibt, wie wir aber gelernt haben, hat Ojai eine recht aktive Hippie-Community und die Betreiber von "The Farmer and The Cook", so der Name des Lokals, scheinen auch eher dieser Gruppe zuzurechnen zu sein. Tagsüber ein Geschäft, in dem man ausschließlich "organic" Food kaufen kann, verwandelt es sich am Abend in ein Restaurant, welches offenbar recht gut frequentiert ist. Und das in einer Gegend, in der man sowas eigentlich nicht wirklich erwarten würde.
Andererseits: Wer denkt schon, dass es in Großmugl ein vegetarisches-veganes Gasthaus gibt, welches bereits seit vielen Jahren überlebt und in dem man am Wochenende ohne Vorbestellung keinen Platz bekommt?
Das Essen (und die Sangrias) waren ausgezeichnet, preiswert und mehr als ausreichend dimensioniert. Um genau zu sein, fühlte ich mich nach dem Essen ein wenig wie der Wolf aus Rotkäppchen: "Was rumpelt und pumpelt In meinem Bauch herum? Ich meinte, es wären sechs Geißlein, So sind's lauter Wackerstein?". Letztere waren es nicht, Geißlein allerdings auch nicht, wäre in einem vegetarischen Lokal eher nicht so angebracht und außerdem mag ich Ziegen und Schafe nicht, es dürfte vermutlich das selbstgebackene Brot mit Olivenöl, die Jalapeno Poppers, die Tacos mit Guacamole, die grünen Bohnen mit Olivenpaste und sonnengetrockneten Tomaten, der Cesar's Salad und der Mulberry-Upside-Down-Cake mit Vanilleeis gewesen sein...vermutlich hätte ich den Salat hätte weglassen sollen (© Emma M.)
Während ich nach dem Essen Mühe hatte, mich in unserem Hotelzimmer zwischen stabiler Rücken- oder entspannter Seitenlage zu entscheiden, gingen unsere Kids noch in den Pool...war anscheinend doch nicht so schlecht...

Samstag, 17. Juli 2010

Reise zum Mittelpunkt der Erde

Am Mittwoch waren mein Junior und ich bei unseren Grabarbeiten am Sandstrand von Santa Barbara knapp bis zum Erdmittelpunkt gekommen und nur dadurch gebremst worden, dass wir Hunger bekamen und unser Vorhaben abbrechen mussten. Am Donnerstag wollten wir aber in Ermangelung anderer Pläne noch mal einen Versuch wagen und erneut in Welten vordringen, die noch nie ein Mensch zuvor...ach nein, das war ein anderer Film.
Am Vormittag wurden wir zwar noch von einem kleinen Fahrradausflug zurückgehalten, bei dem wir versuchten herauszufinden, ob man von den Schulen von Fräulein I. und Herrn P. mit dem Fahrrad zu unserem vermutlichen Teilzeit-Domizil fahren kann. Wir stellten dabei fest, dass es doch wesentlich einfacher ist, die nahezu ununterbrochen aufwärts führende Strecke mit dem Auto zurückzulegen, als mit dem Drahtesel...wir sollten unbedingt mal die Fahrpläne der Buslinien studieren.
Nach diesem kräfteraubenden Ausflug bestand die beste Ehefrau von allen auch noch darauf, uns alle mit Sonnenschutzmittel einzubeizen, danach durften wir dann aber endlich an den Strand und mein Junior und ich machten uns gleich wieder an die Arbeit. Weit sind wir auch diesmal wieder nicht gekommen, er zeigte einfach nicht den nötigen Ernst bei der Arbeit...
Am Abend sind wir dann in ein kleines griechisches Lokal gleich beim Hotel um's Eck gegangen, welches 2008 zum besten griechischen Lokal in Santa Barbara gewählt wurde...könnte aber auch gut sein, dass es 2008 das einzige gewesen ist. Das Essen war zwar gut, aber das Ambiente entsprach eher dem einer Baustellenkantine.
Danach hat Fräulein I. sich dann im Kino den dritten Teil der Twilight-Saga angesehen und der Rest der Familie die neue Action-Komödien-Romanze "Knight and Day" mit Tom Cruise.
Den haben wir übrigens 2008 in New York beim Einkaufen in einem Geschäft gesehen. Wir waren zwar nicht drin, wenn man es genau nimmt, war außer den Angestellten und den Bodygards überhaupt niemand drin, was daran gelegen haben kann, dass der Shop kurzerhand für alle anderen Kunden gesperrt wurde, aber wir haben ihn ganz genau durch die Auslagenscheiben und später beim Einsteigen ins Auto gesehen...nicht gerade ein Riese. Im neuen Film ist allerdings kein einziges Mal zu sehen, dass seine Filmpartnerin Cameron Diaz um 5 cm größer ist als er...aber das konnte man schließlich bei Ingrid Bergman und Humphrey Bogart auch nicht erkennen. Die beiden waren zwar in etwa gleich groß, aber am Filmplakat zu "Casablanca" wirkt Bogey, als ob er lockere 10cm größer als sie gewesen wäre...nachdem die beste Ehefrau von allen gleich groß ist wie ich, sollte ich mal checken, wie die in Hollywood das machen...naja, in ein paar Tagen besuchen wir ohnehin L.A., da kann ich mir das ja mal ansehen...





Freitag, 16. Juli 2010

Silent Mövie

Als unsere Tochter ein Baby war, warteten wir ungeduldig, bis sie zu sprechen begann. Ich kann mich zwar nicht mehr erinnern, welches das erste erkennbare Wort war, vermute aber, dass es das übliche "Mama", "Papa" oder "Bruttosozialprodukt" gewesen sein könnte. Wenn wir damals gewusst hätten, was da auf uns zukommt, hätten wir vermutlich noch gerne ein Weilchen "wortlos" ausgeharrt. Eigentlich hat sie nämlich seit damals nicht wieder mit dem Reden aufgehört. Der wissenschaftliche Ausdruck dafür ist Logorrhoe, übersetzt klingt das ein klein weniger fein: Sprechdurchfall
Ok, ganz so schlimm ist es nicht, aber es war doch zeitweise so anstrengend, dass wir unserer Kleinen, sobald sie den Wert des Geldes ermessen konnte, für 10 Minuten Schweigen während einer Autofahrt zwei Euro angeboten hatten. Sie nahm an, hielt sich dran, und schaffte es die verlorene Zeit locker wieder einzuholen. Besser wurde die Situation erst, als das Handy und die 1000 Gratis-SMS ins Spiel kamen und ihre Freundinnen als Zielobjekte zunehmend interessanter als ihre Eltern wurden. Seitdem werden pro Monat locker 900 SMS versendet und wir sind ein wenig aus der "Schusslinie". In diesem Urlaub, in dem wir meistens ein Familienzimmer bewohnen, bekommen wir allerdings wieder mit, dass das Mitteilungsbedürfnis von Fräulein I. durch sowas banales wie Schlafen nicht gebremst wird. Man versteht zwar nicht, was sie sagt, sie spricht aber trotzdem, seit neuestem sogar in Englisch.
Umso interessanter fanden die beste Ehefrau von allen und ich es dann, als wir am Mittwoch das Meeting mit dem Direktor der High School hatten, in welche unsere Tochter nächstes Jahr gehen soll. Während des ca. einstündigen Gesprächs, welches in einer wirklich sehr entspannten Atmosphäre ablief (ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal einen Schuldirektor in Shorts, T-Shirt und Flip-Flops gesehen habe) sprach das Töchterlein eher wenig. Und da sie schon seit drei Jahren in eine Schule geht, in der der Unterricht zweisprachig abgehalten wird, mangelt es ihr sicher nicht an entsprechenden Englischkenntnissen. Ahh....das Meeting hätte ruhig noch länger dauern können... :)
Am Nachmittag gingen wir dann an den recht dünn belegten Strand von Santa Barbara und mein Sohn und ich versuchten einen Tunnel nach Australien zu graben, kamen aber nur ca. 30 cm weit, bevor alles wieder in sich zusammenstürzte. Als Ergebnis unserer Bemühungen trug ich allerdings einen ordentlichen Sonnenbrand am Rücken davon...aber schön war's... :)

Papa-Razzo

Am Dienstag Morgen wurden wir von der Sonne, die durch die Fenster unseres Zimmers schien, geweckt und ein kurzer Trip vor unseren Bungalow zeigte, dass es draußen bereits angenehme 23° hatte. 
Wer mich kennt, der weiß, dass ich nicht wirklich einen Grund brauche, um mich auf ein Frühstück zu freuen (oder, um genau zu sein auf irgendeine andere Mahlzeit des Tages), das Restaurant lag aber so romantisch da, dass es mich förmlich magisch hinzog, der Geruch von gebratenem Speck kann allerdings auch seinen Teil dazu beigetragen haben...
Nach einem für meine Verhältnisse äußerst frugalem Frühstück, welches lediglich aus den typisch amerikanischen Pancakes, Mais-Sirup, Orangensaft und heißem Wasser mit Kaffee-Aroma bestand, überließ ich es der besten Ehefrau von allen, die Koffer zu packen und machte mich einstweilen mit dem Fotoapparat auf einen kleinen Rundgang über das Gelände.



Auf meiner kleinen Wanderung begegnete ich auch einer älteren Dame, die anscheinend beruhigend auf ihr Enkerl einredete, welches sie in einem knallpinken Kinderwagen vor sich her schob. Erst als das Kind eher unkindliche Laute von sich gab, schaute ich genauer hin und konnte feststellen, dass es sich um zwei Hunde handelte, die allerdings ihre Größe nach in unserer Familie eher als Ratten bezeichnet werden. Selbst unsere Katze ist größer.
Als ihre "Mami" die Gegend bewundere und ihre Lieblinge in sicherer Entfernung zum abschüssigen Hang parkte, konnte ich in bester Paparazzo-Manier ein Foto schießen, man kann die beiden trotz der abgedunkelten Scheibe ihrer Limousine erkennen...
Nachdem einem letzten Foto verließen wir "Ragged Point Inn" schweren Herzens und machten uns auf den Weg nach Santa Barbara.
Dort angekommen, nahmen wir uns ein Zimmer im Holiday Inn, gingen eine Kleinigkeit essen und dann am Abend zur Abwechslung wieder mal ins Kino.


Das Arlington-Kino in der State-Street ist ein ehemaliges Hotel, welches irgendwann in den 30er Jahren zu einem Lichtspieltheater umgebaut wurde. Es gibt nur einen einzigen Saal, der aber was ganz besonderes ist. Rechts und links sind die Wände so gebaut, dass die den Eindruck einer mexikanischen Stadt machen und die Decke wurde
so gestaltet, dass sie aussieht, wie ein Sternenhimmel. Das ganze wird aber nicht kitschig, sondern recht echt und verleiht dem Kino ein ganz besonderes Flair.


Der Film, den wir uns angesehen haben, kann ich jedem nur empfehlen, der mal wieder so richtig schlechte Dialoge, hölzerne Charaktere, schleppende Handlung, Plot-Holes und lahme 3D-Effekte sehen möchte. 
M. Night Shyamalan hat mal wirklich gute Filme gemacht, ich denke gerne an "The Sifth Sense" und "Unbreakable" zurück, "Signs" war soso-lala, "The Village" war wieder besser, aber "The Lady in the Water" und "The Happening" wären absolut verzichtbar gewesen. Der aktuelle "The Last Airbender" ist aber nur was für wirklich hartgesottene Genrefans. Ich bin zwar ein "Fantasy/Science Fiction/Action/Martial Arts"-Fan, aber selbst ich wäre nach 15 Minuten bereit gewesen, das Kino zu verlassen...die einzigen guten Szenen waren offenbar jene, die ich im Trailer gesehen hatte...

Donnerstag, 15. Juli 2010

Another Day In Paradise

Am Montag morgen machten wir uns wieder auf den Weg nach Santa Barbara, da wir dort am Mittwoch einen Termin mit dem Direktor der High School hatten, die meine Tochter nächstes Jahr für sechs Monate besuchen sollte und da wir die Strecke von knapp 500 Kilometern nicht in einem Tag zurücklegen wollten, hatten wir vor, irgendwo auf der Strecke zu nächtigen.
Knapp nach San Francisco machten wir noch bei einem Lokal Halt, in dem die Zeit in den Fünfzigern stehengeblieben zu sein schien: Altbackene Einrichtung, Stereoanlage an jedem Tisch (mit Münzeinwurf und einer Auswahl, die sogar meine Oma als "Oldies" bezeichnet hätte), eine museumsreife Kasse und als Zahlungsmittel nur CASH, d.h. keine Kreditkarten (!!)...wir hatten dort aber trotzdem (oder vielleicht gerade deshalb) ein spitzenmäßiges Frühstück.
Solchermaßen gestärkt machten wir uns auf den Weg. Uns war von mehreren Leuten (inklusive einem Mann, mit dem wir beim Whale-Watching ins Gespräch gekommen waren und der aussah, wie eine alte Ausgabe von Serpico) nahegelegt worden, die Küstenstraße zu nehmen, da diese landschaftlich wunderschön sei. Keine Übertreibung. Wahnsinn. Ich wäre eigentlich gerne alle paar Kilometer stehengeblieben, um die Aussicht zu genießen. Ok, bin ich eigentlich auch. Insgesamt gibt's von der Strecke knapp 100 Fotos... :)
Ungefähr bei der Hälfte blieben wir dann einfach mal stehen und fanden uns wirklich rein zufällig in einem der tollsten Plätze, die wir in dem Urlaub gesehen hatten. Der Ort heißt "Ragged Point" und eigentlich handelt es sich dabei nicht wirklich um einen Ort, denn außer dem "Ragged Point Inn and Resort", einer Tankstelle, einem Souvenir-Shop und einem kleinen Café gibt's dort nichts, ich kann jedem, der sich zufälligerweise mal in der Gegend aufhält aber nur wärmstens ans Herz legen dort stehenzubleiben und sei es nur, um die Aussicht zu genießen.
Auf der einen Seite des Resort steigen die Berge auf ungefähr 1000 Meter an, auf der anderen Seite geht's relativ steil bis zum Meeresniveau hinunter.
Wir nahmen uns zwei Zimmer (eigentlich kleine Bungalows), stiegen den schmalen und steilen Weg bis zum Pazifischen Ozean hinab, um unsere Füße ins Wasser zu halten (soooo kalt - die Handbewegung dazu bitte einfach vorstellen), machten uns dann auf den Rückweg und beschlossen den Abend bei einem Lachs mit Makadamia-Kruste, Ananas-Salsa, Basmati-Reis, Gemüse und einem Glas Wein...ahhh...Urlaub...

Geburts-Tag

Mark Twain wird der Spruch zugeschrieben "The coldest winter I ever spent was a summer in San Francisco". Ist zwar in Wirklichkeit nicht von ihm, stimmt aber trotzdem. Als wir uns am Sonntag Morgen (meinem 48. Geburtstag) zum Pier 33 aufmachten, um die Fähre zur Gefängnisinsel Alcatraz zu nehmen, war das Wetter so ungemütlich, dass ich ehrlich bereute, keine lange Hose angezogen und keinen Fleecepulli mitgenommen zu haben. Es hatte ungefähr 16° und die Wolken hingen so tief, dass Häuser schon ab 7 Stockwerken Wolkenkratzer genannt werden hätten können.
Die Überfahrt war in knapp 15 Minuten erledigt, trotzdem zog ich es diesmal vor, innerhalb des Schiffes zu bleiben und nicht an Deck zu gehen...abgehärteter Österreicher hin oder her...
Wenn man die Wartezeiten beim Anstehen zum Ticketkauf, beim Anstehen zum Fotografieren, beim Anstehen zum Einsteigen, beim Anstehen zum Aussteigen und beim Anstehen zum Rundgang auf der Insel, beim Anstehen zur Rückfahrt, beim Anstehen zum Aussteigen und beim Anstehen zum Begutachten der Fotos (gottlob muss man die nicht kaufen) zusammenrechnet, zahlt sich der Besuch der Gefängnisinsel nicht wirklich aus. Interessant ist es zwar schon, zu sehen, unter welchen Bedingungen die Menschen dort gelebt hatten, aber sonst eher entbehrlich (...muss glatt mal fragen, ob ich im Gefängnis in Korneuburg eine Führung bekomme...).
Mein Junior war aber dafür ohnehin nicht wirklich zu begeistern, ihn interessierten nur die derzeitigen Beherrscher der Insel, die allgegenwärtigen Seemöven...Meins? Meins? Meins?
Gegen Mittag kam dann, wie schon zuvor in Santa Barbara, die Sonne heraus und sowas lässt die Welt gleich wieder viel schöner aussehen. Wir pilgerten über Pier 39, wo es jede Menge Geschäfte aller Art gibt, vom Sock-Shop in dem es - richtig geraten - nur Socken gibt, bis zum Obst-Laden, in dem wirklich schöne und wohlschmeckende Früchte (Kirschen in mehreren Farbschattierungen von gelb-rot bis nahezu schwarz, Riesen-Erdbeeren, Knackbirnen, Äpfel, ...) zu wahnsinnigen Preisen verkauft werden. 


Brave Touristen die wir sind, stellten wir uns dann am Nachmittag zu einer Fahrt mit einem der berühmten Cable-Cars an und nach kaum 40 Minuten waren wir dann auch schon damit unterwegs. Als Verkehrsmittel vermutlich nicht wirklich zu verwenden, dazu sind die Dinger mit zu viel Besuchern vollgestopft, die immer nur von einer Endstation zur nächsten und wieder zurück fahren. 
Wir waren so heroisch, am Ende der einen Strecke auszusteigen und den Weg ins Hotel zurück zu Fuß zu zurückzulegen.
Die Kinder speisten wir unterwegs mit Fast-Food ab und parkten sie dann im Zimmer vor dem Fernseher, weil wir an dem Abend einen Tisch in einem Steak-Restaurant reserviert hatten (habe ich schon erwähnt, dass ich Geburtstag hatte?), und da die Bälger richtig saftige Steaks und einen guten Rotwein ohnehin nicht zu würdigen wissen, nahmen die beste Ehefrau von allen und ich uns einen Abend frei.
Meine Göttergattin hatte bei Ruth's reserviert, weil dieses Restaurant gute Kritiken hatte und uns außerdem von einer Freundin empfohlen worden war und ich muss sagen, wir wurden nicht enttäuscht: Die Steaks werden dort immer auf knapp 275° heißen Tellern serviert, auf denen das Fleisch noch zischt und die Qualität war einfach sagenhaft.
Nach einer gefühlten halben Kuh, einem Sack Kartoffeln, drei Steigen grünen Bohnen und einer Kiste Wein (ok, es war nur ein Porterhouse, je ein Teller Bohnen und Pommes und eine Flasche Rotwein) waren wir nicht mehr wirklich in der Lage, den Weg zum Hotel zu Fuß zurückzulegen. Laut Google-Maps sollte es zwar nicht mehr als 30 Minuten dauern, aber das ist vermutlich nur dann der Fall, wenn man nüchtern joggt und nicht wenn man...ok, lassen wir das...außerdem war es ohnehin schon wieder saukalt...

Mittwoch, 14. Juli 2010

If you are going to San Francisco...

Beim Rückweg vom Whale-Watching hatte unser Junior mal wieder nicht auf seine Eltern gehört, war über eine Mauer gelaufen, ausgerutscht und auf seine Hand gefallen (Ich hab's Dir ja gleich gesagt...). Die Schmerzen waren offenbar auch am nächsten Morgen noch beträchtlich, und da wir nicht riskieren wollten, dass vielleicht irgendein Knochen gebrochen sein könnte, besuchten wir vor unserer Abreise nach San Francisco noch schnell das Krankenhaus in Santa Barbara um mit einem Röntgenbild alle Zweifel zu beseitigen...ein Krankenhausaufenthalt pro Urlaub ist schoh sowas wie eine nette Tradition...
Es stellte sich heraus, dass er sich die Hand nur verstaucht hatte, er sie ein wenig schonen sollte und es sich bis zu den Vergnügungsparks in L.A. ausgehen würde, alle Hochschaubahnen auszutesten...


Eigentlich sollte man sich ja laut Scott McKenzie Blumen in die Haare geben, wenn man nach San Francisco geht, ich frage mich allerdings, zu wie das ausreichenden Schutz gegen die Temperaturen oder den Nebel bieten soll. Könnte natürlich auch sein, dass damit in Wirklichkeit keine Blumen gemeint waren, die man sich in die Haare stecken soll, sondern Pflanzen, die man trocknet und in ein Papier einrollt...ach was weiß ich...
Als wir zu Mittag in Santa Barbara verließen, hatten  wir das allerbeste Wetter und äußerst angenehme Temperaturen.
Je näher wir am späten Nachmittag S.F. kamen, desto wolkiger und kühler wurde es allerdings.


Wir checkten in unser Hotel ein und gingen dann - mal ganz was Neues - ins Kino..."Despicable Me" (in Österreich: "Ich - Einfach unverbesserlich")...sehr zu empfehlen!
Mein Vorschlag, zurück zum Hotel ebenfalls zu Fuß zu gehen, fand allerdings nicht wirklich regen Zuspruch, der Rest der Familie (ok, der jüngere Teil, d.h. die Kinder) bestand darauf, dass es soooo weit gewesen sei und dass wir biiiiiiete ein Taxi nehmen sollten...na gut, man ist ja kein Unmensch...

Wir rufen Flipper, Flipper, gleich wird er kommen...

Für den Freitag hatten wir eine Whale-Watching-Tour gebucht und nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zur Marina. Wie üblich war es bewölkt und eher kühl, aber um meinem Ruf als abgehärteter Österreicher gerecht zu werden, zog ich es vor, die mitgebrachte Weste nicht anzuziehen und nur mit der kurzen Hose und dem T-Shirt den Unbillen des Wetters zu trotzen.

Nach ein paar Minuten bekamen wir Geleitschutz von Delphinen, die sich genau vor dem Bug unseres Schiffes im Wasser tummelten.
Als wir dann bei den Kanalinseln angekommen waren, mussten wir auch nicht lange auf die versprochenen Wale warten, wir bekamen sowohl Buckelwale als auch Blauwale zu sehen.
Die Bilder machen nicht wirklich viel her, wenn man die Riesen aber aus der Nähe zu sehen bekommt, ist das schon beeindruckend. 

Nach einiger Zeit hatte ich dann genug Schwanzflossen von Walen fotografiert und beschloss, die Tiere nicht mehr durch den Sucher der Kamera, sondern "in Natura" zu betrachten....irgendwie ist man dann direkter dabei, als nur durch die Linse betrachtet...

Nachdem wir in den Hafen zurückgekehrt waren, hatte ich Gelegenheit zu bemerken, dass man tatsächlich auch bei bewölktem Himmel braun wird. Ich hatte mir einen wunderbaren Sonnenbrand zugezogen...und dank der nur um die Hüften geschlungenen Jacke auch noch einen Schnupfen...danke schön auch noch...

In der Zwischenzeit war die Bewölkung wie üblich vollkommen verschwunden und der Himmel wölbte sich in einem wunderschönen Sommerblau über uns.


Gemeinsam beschlossen wir dann, für das Mittagessen bei Pizza-Hut vorbeizuschauen. Mein Navi hatte mit genau verraten, wo sich das nächste Lokal befindet und da wir das Auto stehenlassen wollten, fuhren wir die 4,5 Kilometer mit dem Bus. Was mein Navi mir nicht gesagt hatte, war die Tatsache, dass es sich bei dem Lokal um eines handelte, bei dem man die Pizzas nur bestellen, nicht aber essen konnte, wir sahen uns also gezwungen, unser Essen am Gehsteig sitzend zu uns zu nehmen...auch mal eine interessante Erfahrung...


 

I want to ride my bicycle, I want to ride my bike....

Die beste Ehefrau von allen und meine zwei Kinder werden 2011 von Jänner bis Juni in Santa Barbara verbringen. Am Donnerstag stand darum ein Besuch der "Santa Barbara Junior High" und ein Treffen mit dem Direktor der Schule auf dem Programm, in die mein Junior nächstes Jahr gehen wird. Sehr nette alte Schule (ok, alt ist jetzt relativ, das Haus, in dem ich mein Büro habe, ist ungefähr 80 Jahre älter, aber für Amerika ist 1932 schon recht alt...) in einer echt netten Gegend in Downtown (Petula trällert schon wieder). 




Beim Schulbesuch dürfte es anscheinend wesentlich weniger formell zugehen als in Österreich, bezüglich Anmeldung und den notwendigen Unterlagen meinte er nur, dass wir Anfang Jänner kommen sollten und dann machen wir das schon irgendwie...


Nach dem Meeting mit dem Direktor sind wir dann ans Meer gefahren, haben uns Fahrräder ausgeborgt und sind dann den Strand in beide Richtungen abgefahren. Sohnemann war ein wenig verstimmt, weil wir uns nur "normale" Fahrräder ausgeborgt hatten und nicht eines der coolen Fahrzeuge mit Lenkrad, auf dem vier Personen sitzen können und im besten Fall zwei Personen treten...danke, hatte ich schon mal...muss nicht unbedingt sein, das Ding sieht nach mehr Spaß aus, als es tatsächlich macht...
Ansonsten ein eher ereignisloser Tag ohne sonstige berichtenswerte Ereignisse...

Sonntag, 11. Juli 2010

Leeet de sanschein, leeet de sanschein, de sahanschein in...

Der erste Blick aus dem Fenster zerschmettert die Hoffnungen meines Juniors, den Tag mit einem Bad im Meer zu beginnen. Es sieht eher so aus, wie bei uns im April und die Temperatur ist ebenfalls ähnlich, auf mehr als knapp 17° klettert das Thermometer nicht.


Nachdem dieses Wetter nicht wirklich dazu einlädt, sich an den Strand zu setzen oder gar ins Wasser zu gehen, machten wir das, was alle guten Touristen machen: Eine Rundfahrt mit dem Bus.

Nein, nicht mit dem Bus, dabei handelt es sich um das Kunstwerk eines waschechten Hippies, dessen Fahrzeug man gegen eine kleine Spende fotografieren kann (Ich stelle mir gerade vor, was passieren würde, wenn man versuchen würde, damit in Österreich ein "Pickerl" zu bekommen...).

Unsere Tour machten wir zwar künstlerisch etwas weniger wertvoll, dafür vermutlich um einiges bequemer, in einem einigermaßen normalen Bus, wobei uns der Fahrzeuglenker nebenbei auch noch interessante Dinge über Santa Barbara erzählte.
  
Erraten! DER Typ hat NICHT mit uns die Stadtrundfahrt gemacht. Vielleicht hätte er auch was interessantes zu erzählen gehabt, vermutlich wären aber doch einige "Peace brother", "Love to all mankind" und "hang loose" mehr in die Erzählung eingeflossen.

Wie von den Einheimischen vorausgesagt, verziehen sich die Wolken ab ca. 14:00 und die Sonne kommt heraus, die Laune meiner Kinder und die Temperatur steigen im gleichen Maß. 


Bei einem Spaziergang auf der State Street, der Hauptstraße in Downtown (aus irgendwelchen Gründen trällert Petula Clark andauern in meinem Ohr) entdecken wir einen Apple-Store und die beste Ehefrau von allen kann uns nur unter Aufbringung aller Kräfte und der Androhung, das Abendessen ausfallen zu lassen, wieder davon loseisen.

Nach einem vorzüglichen Essen bei "Aldo's" (stimmt, ist ein Italiener) gehen wir anschließend noch ins Kino und sind danach vollkommen fertig und froh, ins Bett zu kommen (das waren noch Zeiten, als ein Kinobesuch der Anfang eines schönen Abends war und nicht das Ende).