Mittwoch, 14. Juli 2010

If you are going to San Francisco...

Beim Rückweg vom Whale-Watching hatte unser Junior mal wieder nicht auf seine Eltern gehört, war über eine Mauer gelaufen, ausgerutscht und auf seine Hand gefallen (Ich hab's Dir ja gleich gesagt...). Die Schmerzen waren offenbar auch am nächsten Morgen noch beträchtlich, und da wir nicht riskieren wollten, dass vielleicht irgendein Knochen gebrochen sein könnte, besuchten wir vor unserer Abreise nach San Francisco noch schnell das Krankenhaus in Santa Barbara um mit einem Röntgenbild alle Zweifel zu beseitigen...ein Krankenhausaufenthalt pro Urlaub ist schoh sowas wie eine nette Tradition...
Es stellte sich heraus, dass er sich die Hand nur verstaucht hatte, er sie ein wenig schonen sollte und es sich bis zu den Vergnügungsparks in L.A. ausgehen würde, alle Hochschaubahnen auszutesten...


Eigentlich sollte man sich ja laut Scott McKenzie Blumen in die Haare geben, wenn man nach San Francisco geht, ich frage mich allerdings, zu wie das ausreichenden Schutz gegen die Temperaturen oder den Nebel bieten soll. Könnte natürlich auch sein, dass damit in Wirklichkeit keine Blumen gemeint waren, die man sich in die Haare stecken soll, sondern Pflanzen, die man trocknet und in ein Papier einrollt...ach was weiß ich...
Als wir zu Mittag in Santa Barbara verließen, hatten  wir das allerbeste Wetter und äußerst angenehme Temperaturen.
Je näher wir am späten Nachmittag S.F. kamen, desto wolkiger und kühler wurde es allerdings.


Wir checkten in unser Hotel ein und gingen dann - mal ganz was Neues - ins Kino..."Despicable Me" (in Österreich: "Ich - Einfach unverbesserlich")...sehr zu empfehlen!
Mein Vorschlag, zurück zum Hotel ebenfalls zu Fuß zu gehen, fand allerdings nicht wirklich regen Zuspruch, der Rest der Familie (ok, der jüngere Teil, d.h. die Kinder) bestand darauf, dass es soooo weit gewesen sei und dass wir biiiiiiete ein Taxi nehmen sollten...na gut, man ist ja kein Unmensch...

Wir rufen Flipper, Flipper, gleich wird er kommen...

Für den Freitag hatten wir eine Whale-Watching-Tour gebucht und nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zur Marina. Wie üblich war es bewölkt und eher kühl, aber um meinem Ruf als abgehärteter Österreicher gerecht zu werden, zog ich es vor, die mitgebrachte Weste nicht anzuziehen und nur mit der kurzen Hose und dem T-Shirt den Unbillen des Wetters zu trotzen.

Nach ein paar Minuten bekamen wir Geleitschutz von Delphinen, die sich genau vor dem Bug unseres Schiffes im Wasser tummelten.
Als wir dann bei den Kanalinseln angekommen waren, mussten wir auch nicht lange auf die versprochenen Wale warten, wir bekamen sowohl Buckelwale als auch Blauwale zu sehen.
Die Bilder machen nicht wirklich viel her, wenn man die Riesen aber aus der Nähe zu sehen bekommt, ist das schon beeindruckend. 

Nach einiger Zeit hatte ich dann genug Schwanzflossen von Walen fotografiert und beschloss, die Tiere nicht mehr durch den Sucher der Kamera, sondern "in Natura" zu betrachten....irgendwie ist man dann direkter dabei, als nur durch die Linse betrachtet...

Nachdem wir in den Hafen zurückgekehrt waren, hatte ich Gelegenheit zu bemerken, dass man tatsächlich auch bei bewölktem Himmel braun wird. Ich hatte mir einen wunderbaren Sonnenbrand zugezogen...und dank der nur um die Hüften geschlungenen Jacke auch noch einen Schnupfen...danke schön auch noch...

In der Zwischenzeit war die Bewölkung wie üblich vollkommen verschwunden und der Himmel wölbte sich in einem wunderschönen Sommerblau über uns.


Gemeinsam beschlossen wir dann, für das Mittagessen bei Pizza-Hut vorbeizuschauen. Mein Navi hatte mit genau verraten, wo sich das nächste Lokal befindet und da wir das Auto stehenlassen wollten, fuhren wir die 4,5 Kilometer mit dem Bus. Was mein Navi mir nicht gesagt hatte, war die Tatsache, dass es sich bei dem Lokal um eines handelte, bei dem man die Pizzas nur bestellen, nicht aber essen konnte, wir sahen uns also gezwungen, unser Essen am Gehsteig sitzend zu uns zu nehmen...auch mal eine interessante Erfahrung...


 

I want to ride my bicycle, I want to ride my bike....

Die beste Ehefrau von allen und meine zwei Kinder werden 2011 von Jänner bis Juni in Santa Barbara verbringen. Am Donnerstag stand darum ein Besuch der "Santa Barbara Junior High" und ein Treffen mit dem Direktor der Schule auf dem Programm, in die mein Junior nächstes Jahr gehen wird. Sehr nette alte Schule (ok, alt ist jetzt relativ, das Haus, in dem ich mein Büro habe, ist ungefähr 80 Jahre älter, aber für Amerika ist 1932 schon recht alt...) in einer echt netten Gegend in Downtown (Petula trällert schon wieder). 




Beim Schulbesuch dürfte es anscheinend wesentlich weniger formell zugehen als in Österreich, bezüglich Anmeldung und den notwendigen Unterlagen meinte er nur, dass wir Anfang Jänner kommen sollten und dann machen wir das schon irgendwie...


Nach dem Meeting mit dem Direktor sind wir dann ans Meer gefahren, haben uns Fahrräder ausgeborgt und sind dann den Strand in beide Richtungen abgefahren. Sohnemann war ein wenig verstimmt, weil wir uns nur "normale" Fahrräder ausgeborgt hatten und nicht eines der coolen Fahrzeuge mit Lenkrad, auf dem vier Personen sitzen können und im besten Fall zwei Personen treten...danke, hatte ich schon mal...muss nicht unbedingt sein, das Ding sieht nach mehr Spaß aus, als es tatsächlich macht...
Ansonsten ein eher ereignisloser Tag ohne sonstige berichtenswerte Ereignisse...

Sonntag, 11. Juli 2010

Leeet de sanschein, leeet de sanschein, de sahanschein in...

Der erste Blick aus dem Fenster zerschmettert die Hoffnungen meines Juniors, den Tag mit einem Bad im Meer zu beginnen. Es sieht eher so aus, wie bei uns im April und die Temperatur ist ebenfalls ähnlich, auf mehr als knapp 17° klettert das Thermometer nicht.


Nachdem dieses Wetter nicht wirklich dazu einlädt, sich an den Strand zu setzen oder gar ins Wasser zu gehen, machten wir das, was alle guten Touristen machen: Eine Rundfahrt mit dem Bus.

Nein, nicht mit dem Bus, dabei handelt es sich um das Kunstwerk eines waschechten Hippies, dessen Fahrzeug man gegen eine kleine Spende fotografieren kann (Ich stelle mir gerade vor, was passieren würde, wenn man versuchen würde, damit in Österreich ein "Pickerl" zu bekommen...).

Unsere Tour machten wir zwar künstlerisch etwas weniger wertvoll, dafür vermutlich um einiges bequemer, in einem einigermaßen normalen Bus, wobei uns der Fahrzeuglenker nebenbei auch noch interessante Dinge über Santa Barbara erzählte.
  
Erraten! DER Typ hat NICHT mit uns die Stadtrundfahrt gemacht. Vielleicht hätte er auch was interessantes zu erzählen gehabt, vermutlich wären aber doch einige "Peace brother", "Love to all mankind" und "hang loose" mehr in die Erzählung eingeflossen.

Wie von den Einheimischen vorausgesagt, verziehen sich die Wolken ab ca. 14:00 und die Sonne kommt heraus, die Laune meiner Kinder und die Temperatur steigen im gleichen Maß. 


Bei einem Spaziergang auf der State Street, der Hauptstraße in Downtown (aus irgendwelchen Gründen trällert Petula Clark andauern in meinem Ohr) entdecken wir einen Apple-Store und die beste Ehefrau von allen kann uns nur unter Aufbringung aller Kräfte und der Androhung, das Abendessen ausfallen zu lassen, wieder davon loseisen.

Nach einem vorzüglichen Essen bei "Aldo's" (stimmt, ist ein Italiener) gehen wir anschließend noch ins Kino und sind danach vollkommen fertig und froh, ins Bett zu kommen (das waren noch Zeiten, als ein Kinobesuch der Anfang eines schönen Abends war und nicht das Ende). 

Samstag, 10. Juli 2010

Hinter den sieben Bergen...

Am Dienstag Morgen wollte ich zur Abwechslung das Frühstück mal nicht im Hotel einnehmen (zumal beim "Paradise Cove Lodge" gar keines inkludiert war), sondern in einem richtigen amerikanischen Diner. Dazu fuhren wir knapp 2 Meilen in die nette Kleinstadt "Isabella Lake" die gleich neben dem gleichnamigen See liegt. Das "Hungry Rancher" war genau so, wie man sich das vorstellt: Nur ein paar Tische, Kaffee (eigentlich: Koffeinhaltiges Heißgetränk) wird automatisch und unentgeltlich nachgefüllt (als ob man als Kaffee-verwöhnter Österreicher mehr als eine Tasse des Gebräus runterbekommen würde), die Kellnerin redet jeden mit "Honey" oder "Sweety" an und alles wird frisch zubereit. Es war wirklich so, wie ich es mir vorgestellt hatte: Einfach spitze! Jede Menge Leute, die mit ihrem Frühstück beschäftigt waren, gutes Essen und eine äußerst nette Kellnerin. Nein, es war keine arme, ausgenutzte 20 jährige Schönheit vom Land, die versucht, der Kleinstadt zu entkommen, von betrunkenen Kunden angegrapscht wird und nachdem sie daraufhin das Essen fallen lässt, auch noch gefeuert wird sonder eher der Typ "versuche mich zu betatschen und du hast die Wahl zwischen gebrochenem Finger, Arm oder Genick".
Nachdem wir uns für die Reise gestärkt hatten, machten wir uns auf den Weg durch die Berge nach Santa Barbara. 
Wir waren zwar insgesamt über sechs Stunden unterwegs, aber wenn es nach mir gegangen wäre, hätte die Fahrt ruhig noch länger dauern können, die Landschaft ist einfach atemberaubend schön. Zuerst fuhren wir durch den Sequoia National Forest entlang des Kern River in Richtung Bakersfield und dann durch den Los Padres National Forest bis nach Santa Barbara.
Wunderschön ausgebaute Straßen und kilometerweit kein einziges Fahrzeug...
und keine Menschenseele weit und breit...obwohl...irgendwie hatte ich manchmal das Gefühl, beobachtet zu werden...





Freitag, 9. Juli 2010

Hell-Boy

Nach dem Feuerwerk am Unabhängigkeitstag beschlossen die beste Ehefrau von allen und ich, noch schnell unsere Urlaubskasse in einem der zahlreichen Spielcasinos in Las Vegas aufzubessern. Irgendwie ist diese Casino-Inflation aber nicht so wirklich nach meinem Geschmack. Wenn man zig Casinos vor der Nase hat, bei denen es in keinster Weise irgendwelche Bekleidungsvorschriften zu geben scheint, dann gewinnen die Spielhöllen nicht gerade an Charme. Zu jeder Tages- und Nachtzeit tummeln sich an den "Einarmigen Banditen" schier unzählige Glücksritter, die alle verbissen Münze um Münze und Geldschein um Geldschein in die Maschinen stopfen. Ein klein wenig geruhsamer geht es zwar an den Roulette-Tischen schon zu, Spaß macht es aber deswegen trotzdem keinen. Uns zumindest. Und das mit dem Aufbessern des Urlaubsgeldes hat auch nicht so wirklich geklappt. Wir haben zwar unseren Einsatz von 100$  auf sage und schreibe 125$ erhöhen können, aber um die Differenz kann man sich in Las Vegas nicht wirklich viel kaufen. 

Das Frühstücksbuffet im Cesar's Palace z.B. ist wirklich sehr umfangreich und es gibt für jeden Geschmack irgendetwas. Am Sonntag gibt's genau das gleiche Frühstücksbuffet, dann nennt es sich aber Sunday-Brunch und kostet pro Person um 20$ mehr. 

Am Montag früh sind wir dann aus Las Vegas abgereist (mehr als drei Tage hält man es dort eh nicht aus) und haben uns auf den Weg ins Death Valley gemacht. Die Temperatur in Vegas war mit knapp 37° ja nicht wirklich niedrig und in der Mojave-Wüste, die sich zwischen Los Angeles und Las Vegas befindet, war sie mit 40° sogar noch ein wenig höher, was sich aber im Death-Valley abspielt, ist der pure Wahnsinn. Testhalber sind wir mitten auf der Straße stehengeblieben (ist nicht wirklich sehr stark befahren) und ausgestiegen, um die Temperatur am eigenen Leib zu erleben, im klimatisierten Auto ist das ja eher leicht auszuhalten. Also ich muss sagen, dass sich 48° außerhalb des Fahrzeuges schon wesentlich unangenehmer anfühlen.
Das Bild oben zeigt einen Teil des Tals vom Aussichtspunkt "Dantes View" aus gesehen. Der Berg ist knapp 1400m hoch und die weißen Flächen sind Salzablagerungen am Boden des Tals, der sich ca. 86 m unter dem Meeresspiegel befindet. Unten in der Mitte des Bildes ist eine dünne schwarze Linie zu sehen, das ist eine Straße, die durch Death Valley hindurchführt.

Und so sieht der Blick von unten aus. Nicht sehr einladend, oder?
Nach weiteren 250 Kilometern erreichten wir dann den Lake Isabella, die letzte Station des fünften Tages unserer Reise. Die Landschaft war zwar nicht wirklich wahnsinnig viel grüner, aber man konnte zumindest erahnen, dass hier die Pflanzen zumindest im Winter oder Frühling grün sind. 

 Die Nacht haben wir dann in einem wunderbaren Hotel, dem Paradise Cove Lodge verbracht, dessen Zimmer genauso schön und exklusiv sind, wie die des Cesar's Palace...naja, fast...

 

Donnerstag, 8. Juli 2010

Zimmer mit Aussicht

Auf den Tag hatte ich mich schon eine ganze Zeit lang gefreut. Am Sonntag fuhren wir von Las Vegas mit einem Zwischenstopp am Hoover Staudamm zum Grand Canyon. Nach ungefähr 3 Stunden Fahrt, wobei man die letzten 20 Kilometer auf einer Schotterstraße zurücklegen muss, erreichten wir das Ziel unserer Reise, den "Skywalk". Dabei handelt es sich um eine Aussichtsplattform mit einem teilweise aus Glas bestehendem Boden und Glasgeländer, die sich einige hundert Meter über dem Grund des Grand Canyon befindet.
Die große Enttäuschung erlebten wir, als wir durch zahlreiche Hinweisschilder darauf aufmerksam gemacht wurden, dass wir "aus Sicherheitsgründen" unseren Fotoapparat und alle anderen Gegenstände abzugeben hatten. Die einzigen Fotos, die man bekommen konnte, waren die von einem Fotographen gemachten. Da aber der Preis für die Tour pro Person ohnehin schon ca. 86$ betragen hatte (inklusive Mittagessen), verzichteten wir auf Fotos, bei einem Stückpreis von 30$ ohnehin nicht gerade eine Okkasion.

Was die Sicherheit betrifft, waren wir übrigens ziemlich überrascht über die ambivalente Einstellung der Amerikaner zu diesem Thema: Letztes Jahr in Florida wurden wir bei der Sommerresidenz von Thomas Edison von zwei Personen über einen ampelgeregelten (!) Fußgängerübergang geführt, vor dem Skywalk kann man, wie das obige Bild zeigt, direkt bis zum Rand des Canyons gehen, dort befindet sich nicht mal ein läppisches Absperrseil und da geht's immerhin auch einige hundert Meter nahezu senkrecht nach unten...

Nach dem eher enttäuschenden Gang über die Glasplatten des Skywalk wurden wir mit dem Bus zur zweiten Station dem "Guano Point" gebracht. Die Aussicht dort war tatsächlich atemberaubend und wenn wir das zuerst gesehen hätten, wären wir vom massiv angepriesenen Skywalk noch enttäuschter gewesen, als wir es ohnehin schon waren.
Vom sogenannten "Ameisenhügel" hat man nahezu einen 360° Blick in den Grand Canyon, zumindest dafür hat sich die stundenlange Fahrt gelohnt.

Die dritte Station war dann "die Ranch", eine Nachbildung einer typischen Westernstadt, in der wir unser Mittagessen bekamen: Lauwarme Barbeque-Ribs, Bohnen (wenig aber doch geschmacklos), einen Ofenkartoffel, Maisbrot und einen labbrigen Schokokeks...naja, die Cowboys hatten früher sicher auch nicht mehr...

Danach fuhren wir den selben Weg, den wir gekommen waren, wieder zurück nach Las Vegas, gerade noch rechtzeitig, um das Feuerwerk anlässlich des amerikanischen Unabhängigkeitstages zu sehen...praktischerweise direkt bei unserem Hotel....

Good Buy!

Den Samstag haben wir nach einem ausgiebigen Frühstück (mal ganz was Neues) dazu genützt, in ein Outlet-Center zu fahren und uns ein oder zwei Kleidungsstücke zu kaufen. Eigentlich bin ich ja absolut gegen Konsum aller Art (räusper, hüstel) aber manchmal muss ein Mann tun, was ein Mann tun muss. Pünktlich zum Öffnungszeitpunkt um neun waren wir am Eingang angestellt, weil wir bis spätestens eins wieder draußen sein wollten...das ist sich leider nicht ganz ausgegangen, es hat dann doch bis halb fünf gedauert, bis wir wieder ins Hotel zurückgefahren sind...wenn wir mal so richtig in Fahrt kommen, sind wir kaum zu bremsen...ok...nicht wir alle...Sohnemann hat sich nach spätestens 20 Minuten so gelangweilt, dass er im Outlet-Center auf Erkundungstour gegangen ist, nach einer Viertelstunde hat ihn die beste Ehefrau von allen dann aber doch wieder gefunden, ich hatte mir in der Zwischenzeit schon vorgestellt, wie wir ihn über die Lautsprecheranlage ausrufen lassen würden...manchmal ist zu viel Phantasie auch nicht gut. 

Nachdem wir dann mit unseren erbeuteten Schätzen zum Hotel zurückgefahren sind, haben wir dann noch eine Stunde damit verbracht, die erstandenen Kleidungsstücke zu sichten, zu ordnen und von diversen Zetteln und Anhängseln zu befreien um uns dann noch ein klein wenig an den Pool des Hotels zu legen. 

Die Pools zu finden war nicht wirklich einfach. Nicht dass sie so klein wären, es ist vielmehr so, dass man sie vor lauter Menschen nicht sieht. Es ist unvorstellbar, was sich dort an Massen durch das Wasser drängt. Sieht ein bischen so aus, wie Fliegen auf Buttermilch im Sommer...man sieht nur noch die Fliegen....

Auf den Liegen, die rund um die Wasserflächen aufgestellt sind, ist die Personendichte auch wesentlich höher als auf den Hausmeisterstränden in Jesolo oder Caorle. Der Unterschied ist, dass das Durchschnittsgewicht der Badenden in Italien vermutlich geringer ist. Ich habe keine Ahnung, woher die in den Filmen und Fernsehserien, die in Las Vegas spielen (z.B. CSI), die ganzen schönen Leute hernehmen oder wo die den Rest verstecken...wenn sogar ich mir mal schlank (oder zumindest normalgewichtig vorkomme) dann heißt das schon was!

Nach dem Baden sind wir dann noch schnell was Essen gegangen und dann wie tot ins Bett gefallen...einige Stunden im Einkaufzentrum zu verbringen, kann einen ganz schön fertigmachen...

P.S.: Ich habe den Sensor meiner Kamera wieder sauberbekommen...

Vorher

Nachher

Montag, 5. Juli 2010

Go West, Young Man!

Der Sommer in Österreich war ja in den ersten Monaten bis auf wenige Ausnahmen eher bescheiden. Was uns auf der Fahrt von Los Angeles nach Las Vegas temperaturmäßig geboten wurde, hat das aber alles wieder wettgemacht. Die Strecke ist ca. 265 Meilen, also ungefähr 400 km lang, führt durch eine teilweise äußerst seltsam anmutende Landschaft von knapp Meeresniveau auf 1200 Meter hinauf und dann auf der anderen Seite der Hochebene wieder hinunter.

Auf 2/3 der Strecke gibt es eine Raststation bei der wir Halt machten und dabei das erste Mal nach Los Angeles das klimatisierte Auto verließen. Die Temperatur und der trockene Wind trafen uns wie ein Hammer. So muss sich ein Fertigbackbrötchen in einem Heißluftherd fühlen! Wir wären fast geneigt gewesen, uns das österreichische Regenwetter zurückzuwünschen, aber da man ja mit seinen Wünschen vorsichtig sein soll, haben wir das dann doch gelassen.
Nach ungefähr 5 Stunden Fahrzeit (schade dass man auf den tollen Straßen nicht schneller fahren darf als 70 Meilen/Stunde, also ungefähr 110 km/h) kamen wir dann in Las Vegas an, verstauten unsere Sachen in unserem Zimmer und warfen uns in einen der Pools des "Cesars Palace"...irgendwie dekadent...aber geil... :)

Am Abend sind wir dann noch ein wenig herumflaniert, haben was gegessen (eine meiner Lieblingsbeschäftigungen im Urlaub) und sind dann schlafen gegangen...

P.S.: Ja, das ist ein Staubkörnchen am Sensor meiner Kamera, ist mir leider erst am Abend aufgefallen.... :(

Samstag, 3. Juli 2010

Wenn einer eine Reise tut...

...dann kann er was erzählen. So sagt man im Allgemeinen. Ich kann schon was erzählen, bevor die Reise überhaupt richtig angefangen hat!
Die beste Ehefrau von allen ist ja eine Meisterin im Organisieren. Im Falle eines Urlaubs bedeutet das, dass jede Information, die für die Reise notwendig oder auch nur im entferntesten interessant sein könnte, bereits mehrfach überprüft und gecheckt wurde. Sie verlässt sich auch nicht darauf, dass irgendwelche Daten ohnehin im Internet abrufbar wären, jeder Wissensschnipsel, der im Urlaub notwendig sein könnte, wird ausgedruckt und in einer eigenen Mappe abgelegt: Stadtpläne und Landkarten, Flugbuchungen, Hotel- und Mietwagenreservierungen, Kopien aller Reisepässe, im Voraus gebuchte Eintrittskarten, Versicherungsbestätigungen und Visa.
Besonders bei letzerem war meine geliebte Gattin besonders vorsichtig. Da unsere Kinder neue Reisepässe haben, hat sie sogar auf der amerikanischen Botschaft angerufen, um sich zu erkundigen, ob wir neue Visa benötigen. Wir waren ja letztes Jahr im April schon mal in den Staaten und die damals online ausgefüllten Visum-Anträge gelten zwei Jahre. Weil unsere Sprösslinge aber neue Pässe haben, mussten diese beiden Visa neu beantragen. Unsere nicht. Gelten ja noch ein Jahr. Dachten wir.

Am Donnerstag wurden wir vom Taxi am Flughafen abgesetzt, gaben unsere Koffer auf, nahmen noch ein gemütliches Frühstück ein (wir haben ja noch jede Menge Zeit), machten einen kurzen Besuch in einem Buchgeschäft (wir haben immer noch genug Zeit) und machten uns dann, knapp 45 Minuten vor Abflug auf den Weg zum Gate (jetzt wird’s dann langsam dringlich). Dort wurden wir erst mal vom netten Herrn nach unserer ersten Adresse in den USA gefragt, alles kein Problem, meine Frau hat ja alles griffbereit in der Urlaubsmappe. Nach einigen verzweifelten Versuchen, uns einzubuchen, verwies er uns an den Supervisor, weil es offenbar ein Problem mit unseren Visa gab. Nicht mit denen von den Kindern, nein mit unseren. Die waren nämlich nicht gültig. Der Herr Supervisor versuchte dann auch noch mal sein Glück, allerdings ebenfalls erfolglos. In der Zwischenzeit waren es nur noch knapp 25 Minuten bis zum geplanten Abflugszeitpunkt und wir waren immer noch nicht durch den Security-Check. 20 Minuten vor dem Abflug meinte der Supervisor dann nach weiteren Versuchen und Telefonaten, wir hätten nur die Möglichkeit, nochmal über das Internet das Visum zu beantragen, damit er uns durchlassen könne. O.K., alles kein Problem, wir sind ja aus der „Generation Internet“ (na ja, fast) und somit immer online (na ja, fast). Ich musste nur meinen Rechner aufdrehen, mich ins Internet verbinden, auf die Seite der amerikanischen Botschaft gehen und die Visa neu beantragen. Schon der erste Punkt dauerte knapp sehs Minuten und wenn man nur noch 20 Minuten bis zum Start hat, kommen die einem erschreckend lang vor.
Nachdem der Rechner dann endlich hochgefahren und einsatzbereit war, konnten wir endlich die Visa neu beantragen. Der nächste Schock traf uns dann, als die Webseite nach der Eingabe meiner Daten die Meldung „Mit diesem Reisepass ist eine Einreise in die USA nicht möglich!“ ausspuckte. In meinem Kopf spielte ich schon die Szenarien durch, mit denen ich einen neuen Reisepass erhalten könnte und meiner Familie drei oder vier Tage später nachreisen würde. Die schnell hinzugezogene Chefin vom Supervisor (ist das dann ein Super-Supervisor oder ein Hypervisor oder wie nennt man sowas?) blieb aber ganz cool und machte mich auf einen Tippfehler aufmerksam. Wie heißt’s so schön: Kaum macht man es richtig, funktioniert‘s auch schon! Einreisegenehmigung erteilt! Schnell noch mal das selbe bei meiner Frau (inklusive dem selben Tippfehler, aber wer kann einem das 10 Minuten vor dem Take-Off verübeln?), dann war’s soweit, wir bekamen unsere Bordingpässe und durften durch den Security-Check. Beim Boarding dann das nächste Problem, das System meinte bei meiner Frau, es läge wohl eine DOppelbuchung vor, sie durfte nach einigem Hin und Her aber trotzdem einsteigen. Des Rätsels Lösung war, dass der Herr am Schalter sich offenbar durch die Ähnlichkeit der Vornamen meiner besseren Hälfte und mir (Michaela/Michael) verwirren ließ und zwar korrekterweise vier Tickets ausstellte, je einmal für Philipp und Iris allerdings zwei Tickets für mich. Bevor jemand halblustige Kommentare abgeben möchte: Ich gebe zu, dass ich ein wenig abnehmen könnte, ich passe aber auch in der Economy-Klasse immer noch in einen Sitz, daher reicht mir auch ein Ticket!
Ein Stuart stellte dann erstaunt fest, dass wir doch vier Personen seien und konnte diesen Zustand auch im System nachziehen. Er meinte, dass sie ohne gültiges Ticket eigentlich gar nicht in den Flieger hätte gelassen werden dürfen aber da wir bereits vorausgegangen waren, hätte meine Göttergattin ohnehin niemand abhalten können, uns zu folgen.
Nachdem wir also alle an Bord waren, konnte es endlich losgehen. Im Bild ist Grönland zu sehen, dass offenbar überhaupt nicht so grün ist, wie der Name einen glauben lassen möchte...

In New York gab's dann die nächste Überaschung bei den Zoll- und Einreiseformalitäten. Zur Abwechslung aber eine positive. So einfach und schnell wie dieses Mal habe ich diesen Vorgang überhaupt noch nicht erlebt. Innerhalb von 15 Minuten hatten wir unsere Koffer vom Band geholt und waren auch schon durch alle Stationen durch, ein absoluter Rekord für uns...letztes Jahr in Miami waren es knapp 2 ½ Stunden...
Nach dem Anschlussflug nach Los Angeles, bei dem ebenfalls alles reibungslos klappte, landeten wir nach insgesamt 17 Stunden an unserem ersten Zielort. Noch schnell den Mietwagen abgeholt, ins Hotel gefahren, beim Burger King ein vorzügliches Abendessen eingenommen, einen schnellen Margarita in der Hotelbar und das war’s dann...ab ins Bett. Inzwischen war’s dann schon knapp Mitternacht, d.h. nach österreichischer Zeitrechnung kurz vor neun Uhr am Vormittag...da darf man schon ein wenig müde sein...